Zweite Einzelausgabe von Werfels Roman über den Völkermord an den Armeniern, 1947

Franz WERFEL: DIE VIERZIG TAGE DES MUSA DAGH. Roman. 2 Bände. Zweite Einzelausgabe. Stockholm: 1947.

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Franz WERFEL: DIE VIERZIG TAGE DES MUSA DAGH. Roman. 2 Bände. Stockholm: Bermann-Fischer (Zollikofer & Co., St. Gallen) 1947.

8°. 453 [3]; 476 [4] Seiten. Offsetdruck, mit Faden gebunden in den originalen Leinenbänden mit Deckel- und Rückengoldtitel und in den originalen Schutzumschlägen.

Zweite Einzelausgabe von Werfels historischem Roman über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich der Jahre 1915/16, hier im selten erhältlichen vollständigen Erhaltungszustand mit den originalen Schutzumschlägen.

Inhalt: „Dieses Werk wurde im März des Jahres 1929 bei einem Aufenthalt in Damaskus entworfen. Das Jammerbild verstümmelter und verhungerter Flüchtlingskinder, die in einer Teppichfabrik arbeiteten, gab den entscheidenden Anstoß, das unfaßbare Schicksal des armenischen Volkes dem Totenreich alles Geschehenen zu entreißen.“ Alma Mahler-Werfel berichtet in ihrer Autobiographie »Mein Leben«, dass der Autor dabei u.a. auf Protokolle des französischen Militärs zurückgreifen konnte.

Ausgabe: Die Erstausgabe des »Musa Dagh« war im Herbst 1933 in der Berliner Niederlage von Paul Zsolnay erschienen, der dort neben der Neuausrichtung zum „nationalen“ Verlag gemäß der NS-Literaturdoktrin über einige Zeit auch weiterhin manche Titel österreichischer Autoren mit jüdischem Hintergrund, wie etwa von Werfel, verlegen hatte konnte. Auf Druck der Türkei war schließlich aber auch dieser Roman Werfels im Februar 1934 verboten worden und hatte jenes Schicksal erlitten, das „schädlichem und unerwünschtem Schrifttum“ unter den Nazis bestimmt war: Verkaufsverbot, Verramschung ins Ausland und oder: Verbrennung. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an NS-Deutschland im Jahr 1938 mussten sowohl Werfel, als auch Zsolnay wegen ihrer jüdischer Herkunft fliehen, der Zsolnay-Verlag wurde „arisiert“. Die Rechte an Werfels Texten gingen in der Folge an den ebenfalls aus Wien exilierten und in Stockholm (bis 1940, nach 1945) ansässigen Verleger Gottfried Bermann-Fischer über, der den »Musa Dagh« Werfels, welcher 1945 im kalifornischen Exil verstorben war, wie hier vorliegend 1947 posthum wiederauflegte.

Erhaltung: Umschläge an den oberen Rücken und den Ecken mit minimalen Fehlstellen, der Kopffarbschnitt etwas verblasst, die Buchblöcke geringfügig verzogen, sonst wohlerhalten; die Umschläge in transparenten, säurefreien Schutzhüllen.

Literatur: Hall, ÖVG, Bd. 2 (1985), Ss. 89ff. (Bermann-Fischer) Ss. S. 482ff. (Zsolnay).