Wichtige Zeitschrift der 1920er, im kunstvollen Handeinband mit Collage, 1929

Gerhart POHL, Hg.: DIE NEUE BÜCHERSCHAU. 7. Jahrgang in 12 Heften. Mit 94 Illustrationen, wovon 12 ganzseitig. Berlin: 1929.

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Gerhart POHL, Hg.: DIE NEUE BÜCHERSCHAU. Eine literarische Monatsschrift. Dichtung, Kritik, Grafik. 7. Jahrgang in 12 Heften. Mit 94 Illustrationen, wovon 12 ganzseitig. Berlin: Adalbert Schultz (Hesse & Becker, Leipzig) 1929. Gr.-8°. 6 (Titel, Impressum, Inhalt), [2 (leer)] Seiten; 691 [1] Seiten. Kunstvoller Handeinband gefertigt aus Lederrücken aus mittelbraunem Maroquin auf sechs Bünden, derselbe mit typografischem Rückentitel im neusachlichen Stil in Goldprägung, sowie mittels mehrfarbigem Buntpapier überzogenen dicken Kartondecken, und in Handarbeit individuell collagierten Spiegeln und Vorsätzen.

Unikal und kunstvoll gebundenes Exemplar dieses 7. und letzten Jahrgangs „einer der wichtigsten Zeitschriften der Zwanziger Jahre, in der das Neue eingeführt, gewürdigt und diskutiert wurde“ (Raabe). Einen Schwerpunkt setzte der nun als Herausgeber fungierende Gerhart Pohl, der auch die Redaktion von München nach Berlin verlegte, mit der retrospektiven Betrachtung des Expressionismus in Kunst und Literatur. In der »Neuen Bücherschau« erschienen zahlreichen Originalbeiträge in Text und Bild.

Vorliegender Satz aller 12 Hefte des letzten Jahrgangs liegt in einer Jahrgangs-Zusammenstellung vor, vorgebunden sind das entsprechende Jahrgangs-Titelblatt und das Inhaltsverzeichnis. Nicht eingebunden sind die laut Raabe ab Jg. 3 meist mit Photos versehenen Umschläge.

Gebunden ist das Exemplar in einen kunstvoll gearbeiteten Handeinband, dessen Innenspiegel und Recto-Blätter der Vorsätze mit 8 aufwändigen Bild- und Textcollagen aus Zeitungsausschnitten gestaltet sind. Die Collagen stellen ein zweites, visuelles Inhaltsverzeichnis in Auszügen dar und thematisieren die abgedruckten Texte von Egon Erwin Kisch (Interview über Upton Sinclair und Charlie Chaplin), Theodore Dreiser („Der Neger Jeff“, Erzählung), Jaroslav Hašek, Erwin Piscator („Das proletarische Theater“), Leo Trotzki (über Demokratie), Walter Benjamin („Eine kommunistische Pädagogik“), Arthur Hollitscher und einen Text über Emile Zola. Der Handeinband selbst besteht aus einem Lederrücken aus mittelbraunem Maroquin auf sechs Bünden mit typografischem Rückentitel im neusachlichen Stil in Goldprägung, sowie mittels mehrfarbigem Buntpapier überzogenen dicken Kartondecken, und eben den in sauberer Handarbeit und stilsicherer Komposition mit blauen und schwarzen Textelementen und montierten Foto-Repros collagierten Vorsätzen.

Die Texte des vorliegenden Jahrgangs stammen außerdem von Béla Balazs, Gottfried Benn, Hermann Kasack, Ernst Toller u.v.a. Die reichlichen Bildbeigaben bestehen aus s/w Reproduktionen von Fotografien, Gemälden, Holzschnitten, Skulpturen, Zeichnungen (oft Karikaturen) u.a. von Rudolf Belling, Otto Dix, George Grosz, Frans Masereel, Conrad Felixmüller, Rudolf Schlichter, Georg Scholz, Adja M. Yunkers (Lettland/D/USA) und Vladimir Zedrinski (Russland/Serbien).

Ss. 393f. mit einem restaurierten Einriss über die ganze Seite, mehrere Anstreichungen und Marginalien mit Farbstift, Papier geringfügig gebräunt, insgesamt solides Exemplar, im besonders sammelwürdigen Einband.

Ganze Jahrgänge der „Neuen Bücherschau“ werden selten angeboten, laut APO kam in den letzten 30 Jahren lediglich vorliegendes Exemplar zur Auktion.

Raabe, Expressionismus, 72.