»Svetulka«, Bulgarische Kinderzeitschrift im Art déco, 1925

SVETULKA [Glühwürmchen]. Jg. XX, Nrn. 1-3, 4/5, 6-8, 9/10 (10 Nrn. in 8 H., komplett). Sofia: Paskalev 1925.

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SVETULKA [Glühwürmchen]. Hg. v. Elin Pelin und Aleksandar Spasov. Jg. XX, Nrn. 1-3, 4/5, 6-8, 9/10 (10 Nrn. in 8 H., komplett). Mit 8, davon 6 mehrfarbig illustrierten Titel- und Schlußseiten (v. D. GYUDSHENOV, N. KOSHUHAROV u. Ari KALYACHEV), einer Farbtaf., zahlr. s/w Textabb. und 4 gef. Beilagen. Sofia: Paskalev 1925. 8°. 160 S. Originaler Halbleinenband des Verlags mit mehrfarbig illustrierten Einbanddecken.

Vollständiger XX. Jg. dieser zwischen 1904 und 1947 erschienenen, herausragenden bulgarischen Kinder- und Jugendzeitschrift.

Inhalt: Als Beilagen eingebunden sind auch dien Nrn. 1, 2 und 4 des Supplements »Slanchitse« (Sonnenschein) und ein Bastelbogen. Das vom bulgarischen Pädagogen, Schriftsteller und Übersetzer Georgi Stoyanov Vutev-Peychovski (1874-1917) im Jahr 1904 in Pleven gegründete, bis zu seinem Tod 13 Jahre hg. und in dieser Zeit von ihm auch maßgeblich mit Erzählungen, Lyrik und Fabeln befüllte »Glühwürmchen« gilt als bedeutendste und am meisten verbreitete Kinder- und Jugendzeitschrift Bulgariens in der 1. Hälfte des 20. Jh. Nach Stoyanovs Tod übernahm der Sofioter modernistische Verlag von Aleksandar Paskalev die Zeitschrift, und verlegte sie noch weitere 30 Jahre, großteils unter redaktioneller Leitung der renommierten Kinderbuchautoren Elin Pelin und Aleksandar Spasov.

Das »Glühwürmchen« verfolgte, v.a. in dieser zweiten, Sofioter Phase die Mission, Lehrer und Eltern in einer humanistischen, modernen Ansprüchen genügenden Bildungs- und Erziehungsarbeit zu unterstützen. Die Zs. prägte mit ihren, von namhaften Illustratoren reichhaltig illustrierten literarischen, geographischen, historischen und naturkundlichen Texten bedeutender Autoren wie Ivan Vazov, Ran Bosilek, und der Hg. Pelin und Spasov, mit ihren Alltagstipps und Rätselaufgaben Generationen von bulgarischen Kindern.

Illustration: Der illustratorische Stil entspricht dem ästhetischen Programm der gemäßigten Moderne in Bulgarien: eine genuine Anverwandlung von Symbolismus und Jugendstil mittels modernisierter Elemente heimischer, byzantinistisch geprägter Folklore, auch unter dem Einfluß des russischen Kinderbuchs.

Erhaltung: Einband an den Ecken und Kanten etwas berieben und bestoßen, Bindung stellenweise etwas gelockert, Papier teils gering fingerfleckig und etwas gebräunt, sonst sehr sauberer Satz dieses Jg. des seltenen Periodikums.

Seltenheit: Außer in der Bulgarischen Nationalbibliothek ist die Zs., nicht aber vorliegender Jg., für mich über OCLC weltweit nur noch in der Princeton UL (Jge. 1929-1931) nachzuweisen.

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