Stifter’s »Bunte Steine«, die erste durchgehend illustrierte Ausgabe, 1869

Adalbert STIFTER: Bunte Steine. 3. Auflage. Mit 12 Holzstich-Tafen und 8 weiteren Holzstichen nach Zeichnungen von Josef Maria Kaiser. Leipzig: o. J. [1869].

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Adalbert STIFTER: Bunte Steine. Ein Festgeschenk. 3. Auflage. Mit 12 Holzstich-Tafeln, 6 illustrierten und 2 verzierten Initialen im Holzstich nach Zeichnungen von Josef Maria Kaiser, sowie 1 goldfarbig lithografiertem Widmungsblatt. Leipzig: C. F. Amelang (Breitkopf & Härtel) o. J. [1869].

8°. [3 nn. Bll. (flieg. Vorsatz, 2. Vorsatzbl., Vortit.)], [nn. Ss. I-V (Tit., lith. Widmungsbl.)], Ss. VI-XVIII (Vorrede d. EA v. 1852), [1 nn. Bl. (Inhaltsverz.)], [nn. Ss. 1-2 (Kapitelbl.)], Ss. 3-336, [2 nn. Bll. (2. Vorsatzbl., flieg. Vorsatz)]. Dekorativer historistischer Einband der Leipziger Buchbinderei A. Schmidt aus rotem Kaliko über Kartondecken, mit goldgeprägtem Deckel- und Rückentitel, derselbe mit reichem Blumen-, Ranken- und Rahmenwerk in Gold-und Blindprägung eingefasst, handgenähten Kapitale, Vorsätzen aus weißem Lackpapier und durchgehendem Goldschnitt.

Dritte und gleichzeitig erste durchgehend illustrierte Ausgabe dieses Zyklus mit den 6 berühmten, nach Halbedelsteinen benannten Erzählungen des grandiosen Prosaisten des Biedermeier, Adalbert Stifter, mit insgesamt 20 Abbildungen nach Zeichnungen von Stifters Freund Josef Maria Kaiser.

Die Erstausgabe dieses bedeutenden Werks war 1853 bei Heckenast in Pest erschienen, und zwar in 2 Bdn. mit gestochenen Titeln nach Vignetten von Ludwig Richter. Diese hatten Stifter missfallen, weshalb für die 10 Jahre danach ebenfalls bei Heckenast erschienene Titelauflage der aus Kremsmünster stammende und ebenso wie der Autor in Linz wirkende Josef Maria Kaiser zur Illustration des Titelblatts engagiert wurde. Kaiser schuf für diese 2. Ausgabe eine Vignette, die von Josef Axmann in Stahl gestochen wurde. Seinerzeit als „Zeichner von besonderer Zartheit und Genauigkeit“ (ÖBL) bewundert, stand Kaiser u.a. auch mit Anton Bruckner im Briefwechsel. Für die hier vorliegende, 6 Jahre nach der 2. erschienene 3. Auflage der »Bunten Steine« (1869) zeichnete Kaiser dann sogar 20 Blätter, die von den xylographischen Anstalten Closs & Ruff (Stuttgart), Siegmund Pollak (Budapest) und Klitzsch & Rochlitzer (Leipzig) in Holz gestochen wurden, davon 12 Tafeln, 6 illustrative Vignetten, die gemeinsam mit verzierten Initialen, die jeweiligen Erzählungen einleiten, und zusätzlich 2 Zierinitialen für Vorrede und Einleitung. Auch diese Ausgabe erschien wieder bei Heckenast, jedoch gleichzeitig auch, wie hier vorliegend, bei Amelang in Leipzig.

Einband an den Kanten und Kapitale nur marginal bestoßen, sonst ausnehmend frisches Exemplar dieser nicht häufig angebotenen frühen Ausgabe.

ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 12, 1962), S. 183 (Kaiser); Thieme/Becker, Bd. 27 (1933), S. 346 (Pollak); Hanebutt-Benz: Dt. Holzstich im 19. Jh. In: Archiv f. Geschichte d. Buchwesens XXIV (1983), S. 1138 (Ruff).