Seltene Linkszeitschrift aus Bulgarien mit Illustration von Käthe Kollwitz, 1933

SHTIT [Der Schild]: Wochenblatt für Literatur, Kunst und soziales Denken. Jg. I, Nr. 14 (27. Dez. 1933). Sofia: 1933.

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SHTIT [Der Schild]: Wochenblatt für Literatur, Kunst und soziales Denken. Hg. von Lyudmil Stoyanov. Jg. I, Nr. 14 (27. Dezember 1933). Sofia: Druckerei „Miladinovi“ 1933.

Gr.-2°, 6 Seiten. Holzschnitt, Klischee und Buchdruck.

Seltene linkspolitische Zeitschrift aus Bulgarien, mit markantem Titelholzschnitt, Illustration von Käthe Kollwitz und Schwerpunkt zu Jack London.

Inhalt: Nr. 14 von insgesamt 38 Nummern dieser kurzlebigen, in nur 2 Jahrgängen erschienenen progressiven, politisch linksgerichteten Zeitschrift aus Bulgarien, die nach dem Militärputsch im Juni 1934 verboten wurde. Unter den Beiträgern von »Shtit« findet sich mit Lalyu Marinov (Pseud. Lamar) auch die herausragende literarische Figur der zweiten bulgarischen Avantgarde Anfang der 1930er-Jahre. Hg. Lyudmil Stoyanov fungierte als Mitbegründer des einflussreichen symbolistischen Periodikums »Hiperion« (1922-31) und auch als Mitherausgeber von »Balgarska Pechat«, dem Organ der modernen graphischen Industrie und des Druckgewerbes. Einen inhaltlichen Schwerpunkt der vorliegenden Nummer des Blatts bilden die sozialkritischen Romane von Jack London.

Illustration: Gestalterisch gefällt diese Nr. des »Schildes« v.a. durch das einprägsame kalligraphische Titellogo eines ungenannten Künstlers im Holzschnitt. Auf der Titelseite ist Käthe Kollwitz Kreidelithographie »Demonstration« abgedruckt, eine Komposition mit prototypischen Arbeitern in kämpferisch demonstrierender Pose, welche die Künstlerin 1931 als Auftragsarbeit anlässlich des zehnjährigen Bestehens der »Arbeiter-Illustrierten-Zeitung« geschaffen hatte. Zum Zeitpunkt des Abdrucks dieser Arbeit im »Shtit« waren  in Nazideutschland Demonstrationen linker Arbeiter schon verboten, Kollwitz' Arbeiten bereits als „Entartete Kunst“ eingestuft, die Künstlerin litt unter Repressalien.

Erhaltung: Ränder stellenweise rissig und mit kleinen Fehlstellen, durchgehende Quer- und Längsfalte, daselbst berieben und mit kleinen Einrissen, Papier gebräunt, insgesamt angesichts der Fragilität passabel erhaltenes Exemplar.

Seltenheit: Gemäß OCLC, KVK und COBISS+ ist die Zeitschrift nur in einem einzigen Bestand, jenem der Bulgarischen Nationalbibliothek nachweisbar.

Literatur: BBP II, 8045; Jacono 47 (Stoyanov)