Seltenes Schlüsselwerk der Avantgarde in Jugoslawien

PETROVIĆ, Rastko: Otkrovenje (Offenbarung)]. Titelbl. und Front. mit dem Porträt des Autors als ganzseitige Holzschnitte von Milo MILUNOVIĆ, sowie 10 Holzschnitt-Illustrationen von Aleksandr DEROKO und Rastko Petrović. Beograd: 1922.

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PETROVIĆ, Rastko: Откровење [Otkrovenje (Offenbarung)]. Texte und Prosa. Titelblatt und Frontispiz mit dem Porträt des Autors als ganzseitige Holzschnitte von Milo MILUNOVIĆ, sowie 10 Holzschnitt-Illustrationen von Aleksandr DEROKO und Rastko Petrović. Beograd: Cvijanović (Tučović) 1922. Lex-8°. [3 nn. Bll.], S. 6-53, [3 nn. S]. Originale hellgraue Broschur in Fadenheftung mit schwarzem, typografischem Umschlagtitel.

Erstausgabe dieser Sammlung von Gedichten und kurzen Prosastücken des Lyrikers, Prosaautors, Dramatikers, Essayisten, Künstlers und Diplomaten Rastko Petrović (1898-1949), der als "wohl originellster serbischer Dichter zwischen den beiden Weltkriegen" (Siegel) gelten darf. Rastko war von den frühen 1920er-Jahren an einer der markantesten Protagonisten der Avantgarde in Belgrade, v.a. des Surrealismus. Beginnend mit »Putevi« (1922-23) wirkte er an den meisten Zeitschriften und Almanachen der offiziellen Belgrader Surrealisten unter Marko Ristić mit und veröffentlichte mehrere, heute klassische Texte der jugoslawischen Avantgarde, z. B. »Ljudi Govore« (Menschen sprechen, 1931), und vor allem das hier vorliegende skandalträchtige Frühwerk »Otokrovenje«. "In his poems and the collection Revelations, Petrovic revealed the secret of sensuality, physicality, metaphorical closeness of the motif of eating with the motif of poetic inspiration ("All the Bowls Are Empty"), an apocalypse that shows itself only during special moments of travel, and liberation of constraints, etc." (Golubović)

Die mit expressionistischen, kubistischen und futuristischen Formelementen angereicherten Holzschnitt-Vignetten zu den Texten stammen von Petrović selbst und von Aleksandr Deroko, der auch für den Titelholzschnitt des Programmblattes der dadaistischen Soirée »Le Balet du Valai« (1923) verantwortlich zeichnete, für das er auch Kulisse und Kostüme schuf. Den drallen kubistischen Titelholzschnitt und das Porträt-Frontispiz des Autors schuf der montenegrinische Künstler Milo Milunović, ein Schüler von Augusto Giacometti.

Der auf der Rückseite des Titelblatts angebrachte Druckvermerk nennt eine Auflage von 500 händisch nummerierten Exemplaren; in vorliegendes ist die Nr. 259 eingetragen. Der Umschlag ist aus stärkerem hellgrauem Papier gefertigt. Es sind auch Exemplare mit dunkelgrauen und hellbraunen Umschlagpapieren bekannt.

Vorderseite des Umschlags mit einem größeren Fleck, Umschlag zusätzlich lichtrandig, einige Lagen in den Fäden gering gelockert, das hochqualitative Maschinbütten leicht gebräunt, insgesamt solides Exemplar dieses kaum zu findenden Schlüsselwerks der Avantgarden Jugoslawiens.

Nicht bei Vloemans 129; Šuvaković 59 (Abb. der Umschlagvorders. (dunkelgraue Variante) u. d. Titelbl.); Nemoguće 2002, S. 264; Siegel 380f.; KNLL, Bd. 13, Seite 153f.; Mirković, Petrović, 1963, Bl. n. S. 16 m. Wiedergabe des Porträt-Frontispizes u. e. Textseite); (V. Golubović: Rastko Petroviić. URL: http://www.avantgarde-museum.com/en/museum/collection/authors/rastko-petrovic~pe4526/ (Aufruf: 2.2.2018)

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