Seltener Sammelband über Gaßners exorzistische Heilmethoden

Johann Joseph GASSNER et al.: [Sammelband mit 7 Schriften von und über J. J. Gaßners exorzistische Heilmethode]. Mit einem gestoch. Frontispiz (Gaßner beim Exorzieren zeigend). Augsburg: 1775.

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Johann Joseph GASSNER et al.: [Sammelband mit 7 Schriften von und über J. J. Gaßners exorzistische Heilmethode]. [1] Joseph Johann Gaßner's (…) Wiese, fromm und gesund zu leben, auch ruhig und gottselig zu sterben, oder: Nützlicher Unterricht wider den Teufel zu streiten (…) und 6 andere, darauf bezogene Verteidigungsschriften [2-7]. 9., verm. Aufl. [1] u. 3. Aufl. [6]. Mit einem gestoch. Frontispiz (Gaßner beim Exorzieren zeigend) vor [1]. Augsburg [1, 4, 5], „In Deutschland“ [3, 6] und o. O. [2, 7]: Verlagsbuchhandlung Johann Georg Bullmann [1], Joseph Wolff [5] u. o. Dr. [2-4, 6, 7] 1775.

Kl.-8°. [1 Bl. (gestoch. Front.)], 40 S.; 45 S., [3 S. (Verz. d. Schriften zu Gaßners Methode)]; 32 S; 94 S.; 39 [1] S.; 93 [1] S.; 46 S.; 275 [1 (Errata)] S. Späterer Halbpergamentband, mit braunem Buntpapier überzogen und Rückengoldtitel auf Lederschildchen versehen.

Sammelband mit sieben, sehr seltenen Schriften über eine exorzistische Heilmethode des Vorarlberger katholischen Theologen Johann Joseph Gaßner (1727-1779), an erster Stelle eine der Neuauflagen seines 1774 erschienenes Hauptwerks „wider den Teufel zu streiten“, hier mit einem attraktiven gestochenen Frontispiz, dass Gaßner beim Handauflegen auf eines Kranken Kopf zeigt, vor einem protokollierenden Helfer und dem Prospekt der Stadt Ellwangen, und unter Einfluß der als Sprechpfeil vom Himmel in das Bild ragenden Worte Jesu.

Gaßner vertrat die Auffassung Krankheiten seinen überwiegend teuflischen Ursprungs und deshalb durch Exorzismen heilbar. Als Pfarrer in Klösterle am Arlberg (seit 1758) ereilte den dieserart praktizierenden Gaßner bald der Ruf eines „Wunderheilers“. Er setzte seine exorzistischen Kuren unter großem Zulauf von Kranken ab 1775 als Pfarrer im schwäbischen Ellwangen fort und wurde von seinem Protegé, dem Regensburger Bischof Anton Ignaz Fugger, sogar zum Hofkaplan ernannt. Gaßners Theorie und vor allem seine darauf basierende exorzistische Praxis, sorgten im Deutschland der Aufklärung für massive Irritationen und publizistische Gegnerschaft (Semler), aber auch Verteidigung (u.a. durch Sartori (s.u.) und Gaßners Freund Lavater). Durch ein Reskript Kaiser Joseph II. gegen den „Hexenglauben“ wurde Gaßner schließlich das exorzistische und schriftstellerische Handwerk gelegt.

Des weiteren enthalten sind folgende Verteidigungsschriften: [2] Doct. Schifel [d.i. Josef Bernhard Schleiss]: Unpartheyische Gedanken, oder etwas von der Kurart des Tit. Herrn Gaßner (...). Nachdruck d. Ausg. Schalbuz. O.O. u. Dr., 1775. [3] Antwort auf das Bedenken über die Gaßnerischen Curen, die er mit den Acatholicis vornimmt. O.O. u. Dr., 1775. [4] [Joseph von Sartori]: Gassner’s Lehre, ohne Vorurtheil: oder Beweiß, dass die Lehre Gassner’s der Heiligen Schrift (…) gemäß seye (…). In Deutschland, o. Dr., 1775. [5] [Anton Figel]: Gründlicher Beweiß, daß die Art, mit welcher der nun in ganz Deutschland berühmte (…) Johann Joseph Gaßner die Krankheiten zu heilen pflegt, den evangelischen Grundsätzen (…) ganz gleichförmig sey. Augsburg: Joseph Wolff 1775. [6] [Heinrich Martin Gottfried Köster]: Demüthige Bitte um Belehrung an die großen Männer, welche keinen Teufel glauben. 3. Aufl. In Deutschland: O. Dr., 1775. [7] [Johann Nepomuk Anton Leuthner]: Urtheil eines altglaubigen Philosophen über die neumodischen Gedanken einiger Ueberklugen der heutigen Welt von der wunderbaren Heilungsart des (…) Johann Joseph Gaßner (…) O. O. u. Dr., 1775.

Besitzerstempel von Prof. D. Walter (Graz) auf Frontispiz-Bl. recto. Einige Blätter am Seitenschnitt teils mit Papierstreifen unterlegt, die letzten rund 20 Blätter von [7] stellenweise rostfleckig, sonst gut erhaltenes Exemplare dieses Rarums.

RGG, 3. Aufl., Bd. 2 (1958), S. 562; Brandl, Die deutschen katholischen Theologen der Neuzeit, Bd. 2 (1978), S. 79.

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