Seltener illustrierter Einblattdruck eines Gedichts von Géza Gyóni

GYÓNI, Géza: Einblattdruck des handschriftlichen Gedichts „Heyeken át…“ mit eigenhändiger Unterschrift auf mit 4 handkolorierten Holzschnitten verziertem Papier. Krasnojarsk: 1917.

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GYÓNI, Géza: Einblattdruck des handschriftlichen Gedichts „Heyeken át...“ aus dem 1. Zyklus des Gedichtbandes „Levelek a kálváriáról és más költemények“ (Briefe vom Kreuzigungsweg und andere Gedichte) mit eigenhändiger Unterschrift auf mit 4 handkolorierten Holzschnitten verziertem Papier. Krasnojarsk: o. Dr. [1. Mai] 1917. 32,5:20 cm. Einseitig bedrucktes Blatt, kaschiert auf dünnes, hellbraunes Packpapier.

Seltenes, auf mit vier handkolorierten Original-Holzschnitten eingerahmtem Papier gedrucktes Gedicht des bedeutenden ungarischen Dichters und Pazifisten Géza Gyóni (eig. Géza Áchim, 1884-1917). Als Kriegsgefangener im zentralsibirischen Krasnojarsk verfasste Gyóni sein literarisches chef d’oeuvre, den aus zwei Zyklen bestehenden Gedichtband „Levelek a kálváriáról és más költemények“ (Briefe vom Kreuzigungsweg und andere Gedichte). Der erste der beiden Zyklen enthält u.a. 33 im Jahr 1915 entstandene die Gefangenschaft thematisierende „Briefe“ (an die ungarische Öffentlichkeit) und erschien 1916 bei Athenaeum in Budapest. Die einzelnen Manuskriptseiten sollen angeblich von Sibirien bis Budapest durch die feindlichen Linien geschmuggelt worden sein. Wie dem Holzschnitt am Kopf des Blattes enhnehmbar ist, schrieb der bereits sterbenskranke und durch den Tod seines mitgefangenen Bruders desillusionierte Gyóni am symbolträchtigen 1. Mai des Jahres 1917, und damit nur knapp zwei Monate vor seinem Tod in der Gefangenschaft (25. Juni d.J.), den 10. dieser „Briefe“ noch einmal eigenhändig und mit Signatur auf ein Einzelblatt, das mit je vier, im Stempeldruck aufgebrachten und jeweils unterschiedlich handkolorierten Holzschnitten eingerahmt wurde. Das Blatt wurde von den Lagerbehörden genehmigt, wie der russische Zensurstempel rechts unten belegt, posthum in Erinnerung an den Autor verfielfältigt und zu 1 Rubel pro Stück vertrieben, die Einnahmen unter den Mitgefangenen aufgeteilt.

Vorliegendes Exemplar mit ca. 2,5 cm Beschnitt auf allen Seiten, unten rechts mit Textverlust des Zensurstempels; darüber hinaus mit Fehlstellen ohne Textverlust am rechten Rand; durchgehend leicht stockfleckig.

Obschon die Auflagenhöhe im Sammlungskatalog des Munkácsy-Museums in Békéscsaba mit ca. 700 Exemplaren angegeben wird, lassen sich über OCLC, KVK und Google weltweit in institutionellen Einrichtungen nur 2 Exemplare nachweisen (Munkács-Museum, Fil. Budapest; Militärhistorisches Institut, Budapest). Weitere zwei wurden in den letzten 10 Jahren auf Auktionen in Ungarn gehandelt (Darabanth 275 (2016), Los 12480 und Dékameron und Könyvmoly 9 (2007), Los 195).

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