Seltener fototypischer Nachdruck von Poljanskis zenitistischen »77 Selbstmörder«, 1992

[Branko] VE POLJANSKI: 77 SAMOUBICA [77 Selbstmörder]. Novo Miloševo: 1992.

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[Branko] VE POLJANSKI: 77 SAMOUBICA [77 Selbstmörder]. Nadfantastičan veoma brz ljubavni roman [Surfantastischer, sehr schneller Liebesroman]. Novo Miloševo: Novi Zenit (Talija, Novi Sad) 1992.

8°.[1-2], 3-28 [8] Seiten. Fototypischer Nachdruck, in der originalen, klammergehefteten Verlagsbroschur schwarz illustriertem Umschlagtitel.

Einziger fototypischer Nachdruck dieser zenitistischen Publikation von Branko Ve Poljanski, im Original 1923 als [nicht num.] 5. Band der legendären »Biblioteka Zenit« erschienen.

Autor, Reihe: Der Schriftsteller, Schauspieler und Maler Branko Ve Poljanski (eig. Branislav Micić, 1898 - ?), jüngerer Bruder von Ljubomir, dem Begründer des Zenitismus und Herausgeber der Zeitschrift »Zenit«, gilt neben dem Dadaisten Dragan Aleksić wohl als extrovertiertester Vertreter der klassischen Avantgarde in Jugoslawien. Mit seinen in der zenitistischen Buchreihe erschienenen Texten »Panik unter der Sonne« (1924, Bd. 6 [als 8. Tit. der Reihe erschienen]), »Tumbe« (1926, Bd. 10 [als 12. Tit. der Reihe erschienen]), »Der Rote Hahn« (1927, Bd. 12, [als 14. Tit. der Reihe erschienen]), sowie mit dem hier in einem sauberen fototypischen Nachdruck vorliegenden "surfantastischen, sehr schnellen Liebesroman" »77 Selbstmörder« (1923, Bd. 5) schuf er die wohl konsequentesten literarischen Umsetzungen des zenitistischen poetischen Konzepts, das u.a. auf Paradoxa, Simultaneität und freier Assoziation setzte. Mit den genannten Werken war er auch maßgeblich an der legendären Buchserie »Zenit« beteiligt (Bde. 5, 8 Bd. 12), in der zwischen 1921 und 1927 in 14 nachgewiesenen (davon aber nur 12 nummerierten) Broschüren die wichtigsten Manifeste, theoretischen Schriften und literarischen Einzelwerke des Zenitismus erschienen. Nachdem die Zeitschrift »Zenit« 1926 verboten worden war, zog es den unsteten Poljanski endgültig nach Frankreich, wo er als Maler Erfolge feierte und ein »Manifest du Panréalisme« (1930) veröffentlichte. Bis heute gilt Poljanski, dessen Spuren sich im Paris der frühen 1940er-Jahre verlieren, als verschollen.

Erhaltung: Umschlag und Buchblock an der oberen Ecke durchgehend mit Knickspuren, Umschlag berieben, stellenweise leicht fleckig und mit Lichträndern, Papier minimal gebräunt und stellenweise ebenfalls mit Flecken an den Rändern, sonst solides Exemplar.

Seltenheit: Obschon die Auflagenhöhe im Druckvermerk mit 1.000 Exemplaren angegeben ist, handelt es sich bei vorliegendem Faksimile um ein gesuchtes Rarum, das derzeit auf dem Markt sonst nicht angeboten wird. Laut OCLC und KVK sind weltweit außerhalb des ehemaligen Jugoslawien nur zwei weitere Exemplare davon in institutionellen Sammlungen nachweisbar (UB Hamburg, UB Padova). Das Original ist nahezu unauffindbar und laut OCLC und KVK außerhalb des ehemaligen Jugoslawien nur in einem Exemplar des Kunsthauses Zürich nachweisbar.

Literatur: Dada global, 1994, S. 268, Nr. 266 (Abb., Ex. d. Orig. im Kunsthaus Zürich); Vidosava Golubović; Irina Subotić. Zenit 1921-1926. Belgrad: 2008, S. 152 (m. Abb. d. Vorderseite des Umschlags) u. S. 420 (Verzeichnis der »Biblioteka Zenit«).

€ 180,-

Art. 5924

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