Seltene Abhandlung über das deutsche Münzwesen, 1770

[James STEUART]: ABHANDLUNG VON DEN GRUNDSÄTZEN DER MÜNZWISSENSCHAFT. Mit einer gefalteten Tabelle. Wien: 1770.

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[James STEUART]; Dominik von KÖSIL (oder KÖFIL): ABHANDLUNG VON DEN GRUNDSÄTZEN DER MÜNZWISSENSCHAFT, mit einer Anwendung derselben auf das deutsche Münzwesen. Aus der englischen Originalhandschrift übersetzt. Nebst angehängten 75 Lehrsätzen aus Polizey, Handlung und Finanzwissenschaft (…) Mit einer gefalteten Tabelle, sowie 8 Vignetten und Initialen im Holzschnitt. Wien: Joseph Kurzböck 1770.

8°. Seiten [1-12 (Tit., gedr. Widm., Vorw.)], [1], 2-173, [1]; Blätter [1 (leer)], [9]. Holzschnitt (Vignetten u. Initialen) und Buchdruck, im zeitgenössischen Kalbslederband mit Rückengoldtitel auf Lederschildchen und floralen Deckel- und Rückengoldfileten, durchgehenden Goldschnitt und Vorsätzen aus rotem Kleisterpapier.

Seltene Abhandlung zur Vereinheitlichung des damals komplexen deutschen Münzwesens aus der Feder des schottischen Nationalökonomen James Steuart.

Autor, Übersetzer, Inhalt, Ausgabe: Als exilierter Jakobit lebte der Merkantilist Stuart, der auch als Erfinder des Begriffs „Politische Ökonomie“ gilt und damit vor allem Hegel und Marx beeinflußen sollte, in den 1750er-Jahren unter anderem in Tübingen, wo er auch vorliegendes Werk verfasste, das dort 1761 bei Cotta in deutscher Übersetzung erschien. Als Übersetzer wird der Tübinger Gelehrte Christoph Friedrich Schott genannt. Holzmann/Bohatta allerdings geben den aus Kärnten gebürtigen Dominik Kösil (oder Köfil), einen Schüler von Joseph Sonnenfels an dessen Wiener Politikwissenschaft, als Übertragenden an. Kösils (oder Köfils) Dissertationsschrift betitelt »75 Lehrsätze aus Polizey, Handlung und Finanzwissenschaft« ist nachgebunden.

Das Titelblatt von Steuarts verdienstvollem Vereinheitlichungsversuch ziert ein Rundstempel mit einer als „NORMA MONETA PERPETUA“ titulierten Formel, die schon in der zeitgenössischen Fachliteratur als wesentlicher Begriff für die Findung eines „festen und ewigen Münz-Fußes“ aufgefasst wurde (J. S. Schneidt: Systematischer Entwurf der Münzwissenschaft bey denen Teutschen. Bamberg und Würzbug 1766, S. 93). Die währungshistorisch bemerkenswerte Tabelle, in mehrfacher Faltung nach S. 60 eingebunden, schließlich dokumentiert die „Veränderungen des deutschen Guldens, nach den verschiedenen Münzverordnungen seit dem Jahr 1409.“

Das englische Original erschien unter dem Titel „A Dissertation upon the Doctrine and Principles of Money, applied to the German Coin“ erst 1805 im Rahmen einer Werkausgabe von Steuarts Texten.

Provenienz: Gedruckter Besitzervermerk von „A. S. Heppe“ mit zusätzlichem handschriftlichen Eintrag über den Erwerb, derselbe verortet, datiert („Budapest“, „14. Sept. 809“) und mit Angabe der Quelle („Danielis F. Wry“ (?).

Erhaltung: Rücken unter Verwendung von großen Fragmenten der Originalbindung von älterer Hand erneuert, ebenso die Ecken restauriert; Einband berieben, an den Ecken und Kanten stellenweise bestoßen, die Vorsätze mit Leimschatten, insgesamt kompaktes Exemplar. – Seltenheit: Gemäß APO ist seit 30 Jahren kein einziges Exemplar dieses Titel, weder der Tübinger noch der hier vorliegenden Wiener Ausgabe, zur Auktion gekommen.

Literatur: Holzmann/Bohatta VI, 156; Palgrave, Dictionary of Political Economy, 1894-99, zit. WBIS/BBA I 1039,121-156.

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