Sehr seltene, frühe Zeitschrift Mauthausener Shoa-Überlebender, 1946

JUEDISCHE RUNDSCHAU. Informations-Bulletin. Jahrgang 1, Nr. 4, 15.X.1946, 20. Tischrei 5707. Typoskript. Linz: o.Dr., 1946.

Out of stock

JUEDISCHE RUNDSCHAU. Informations-Bulletin. Herausgegeben vom Juedischen Zentralkomitee fuer die US-Zone Oesterreichs. Linz, Landstraße 15, Tel, 2-36-29. Jahrgang 1, Nr. 4, 15.X.1946, 20. Tischrei 5707. Typoskript. Linz: o.Dr., 1946.

4°. 15 einseitig ms., mit einer Klammer geheftete Blätter grauen Maschinenpapiers.

Heft Nr. 4 (Jg. 1) dieser vom »Jüdischen Zentralkomitee« in Linz, einer Interessenvertretung jüdischer Überlebender der Shoa und insbesondere des KZ Mauthausen, in den Jahren 1946 und 1947 als maschinschriftliches Typoskript erschienenen Zeitschrift.

Inhalt: Das Heft beinhaltet u.a. Artikel über Kulturraub und Anstrengungen zur Restitution (z.B. über Franz Schatzky "Amerika und die jüdischen Schadenersatz-Ansprüche“), lokale Nachrichten zur Dokumentation von NS-Verbrechen (z.B. über die Entdeckung von Massengräbern in Edt bei Lambach) und einen Pressespiegel.

„Linz ist in diesen Jahren zeitweilig als ein Zentrum des jüdischen Pressewesens in Mitteleuropa anzusehen. Es lag in der US-Zone und man bildete hier ein Gegengewicht zur vorübergehend kommunistisch dominierten Kultusgemeinde in Wien. Den politischen Rückhalt erhielt man vom „Jüdischen Zentralkomitee für die US-Zone in Österreich“, von der Brichah und von der US-Armee. Ferner wurde nur wenige Wochen nach Kriegsende in Linz die „Jüdische Historische Kommission“ eingerichtet, aus der sich schließlich unter der Leitung von Simon Wiesenthal, der aus dem KZ Mauthausen befreit worden war, die weltweit bekannt gewordene „Jüdische Historische Dokumentation“ entwickelte, die vor allem an der Ausforschung und Ausleuchtung der NS- Verbrechen und Täter arbeitete, aber auch regen publizistischen Niederschlag fand." (John).

Erhaltung: Titelblatt mit Einriss, letztes Blatt aus der Klammerung gelöst, Titelblatt mit Lagerspuren und stockfleckig, die unteren Seiten etwas lichtrandig, insgesamt gut erhaltenes Exemplar.

Seltenheit: Gemäß WorldCat, KVK und der verfügbaren Forschungsliteratur sind weltweit nur zwei weitere Bestände dieser Zeitschrift nachweisbar, an der Israelischen Nationalbibliothek und den Central Zionist Archives (Jerusalem). In den gängigen Auktionsverzeichnissen findet sich lediglich ein Eintrag (Kedem, Jerusalem, 2012).

Literatur: Michael John: Ausdruck einer Parallelgesellschaft - Linz an der Donau als jüdisches Presse- und Kulturzentrum? In: Michael Nagel; Eleonore Lappin; Moshe Zimmermann (Hg.): Deutsch-jüdische Presse und jüdische Geschichte: Dokumente, Darstellungen, Wechselbeziehungen. Bd. 2. Bremen: 2008, Ss. 205-228.

Additional information

Weight 1 kg