Rares, konfisziertes antisemtisches Pamphlet, 1896

Anton WESSELSKY: Österreicherthum. Eine arische Denkschrift. Wien: Selbstverlag (Kommission: Verlag Cornelius Vetter, Druck: Kreisel & Gröger) 1896.

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Anton WESSELSKY: Österreicherthum. Eine arische Denkschrift. Wien: Selbstverlag (Kommission: Verlag Cornelius Vetter, Druck: Kreisel & Gröger) 1896. 8°. [2 nn. Bl. (Titelbl., Vorwort)], [nn. S. 1], 2-159, [nn. S. 60], [1 nn Bl. (Inhalt, Berichtigungen)]. Originale Broschur in Fadenheftung mit typografischem Umschlagtitel.

Erstausgabe dieses äußerst seltenen antisemitischen Pamphlets, in welcher der aus Weitra stammende und in Wien wirkende Anwalt und Schriftsteller Anton Wesselsky (1867-1944), für eine österreichische Nation „arischer“ Rasse. In der „Kraft seines Antisemitismus“ sieht Wesselsky „ein gutes Zeichen für Österreich“ (S. 13). Gleichzeitig trat der Autor gegen den Feudalstaat und für eine föderalistische Demokratie eintritt. Wohl letzterer Positionen wegen wurde die Publikation von der habsburgischen Zensur konfisziert, erschien allerdings noch im gleichen Jahr in 2., bereinigter Auflage mit gleicher Seitenanzahl. Vorliegendes Exemplar der Erstausgabe trägt den mit roter Tinte angebrachten Vermerk „Confiscirt!“ auf dem Titelblatt, ein dort ebenfalls gedruckter Sinnspruch und die Angabe des Kommissionsverlags sind mit schwarzer Tinte durchgestrichen.

Anton Wesselsky betätigte sich als Verfasser juristischer und philosophischer Schriften, war Mitherausgeber der Zeitschrift »Das Volk« (1898) und fungierte auch als Anwalt der »Deutsch-österreichischen Schriftstellergenossenschaft. Nach Hitlers Machtergreifung 1933 propagierte er mit der abermals im Selbstverlag erscheinenden Schrift „Die germanische Kulturtragödie und Deutschlands Erwachen“ die „arisch-deutsche Religion der Tat. Im buchkulturellen Gedächtnis blieb er auch wegen seiner „umfangreichen Privatbibliothek“, welche die ÖNB 1939 als Vorlass erwarb. Ein Teil der »Biblioteca Vesselsciana« wurde in die Privatbibliothek Adolf Hitlers in die Villa Castiglioni am Grundlsee eingebracht.

Vorderseite des Umschlags an den Rändern geringfügig stockfleckig, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar dieses seltenen Titels in Erstausgabe, laut OBV nur in 3 österreichischen Institutionen nachweisbar (ÖNB; NÖ Landesbibl.; Burgenländ. Landesbibl.)

Giebisch/Gugitz, S. 131; Gerhartl, Sybille: „Vogelfrei“ - Die österr. Lösung der Urheberrechtsfrage in der zweiten Hälfte des 19, Jahrhunderts. In: Amann, Klaus et al., Hg.: Literarisches Leben in Österreich 1840-1890. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 2000, S. 222-236, hier S. 234; Murray G. Hall/Christina Köstner: …Allerlei für die Nationalbibliothek zu ergattern…“ Eine österreichische Institution in der NS-Zeit. Wien, Köln und Weimar: Böhlau 206, Ss. 192 und 228.

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