Rarer Danziger Nachdruck des »Wandsbecker Bothen« von Matthias Claudius, im Jahr der Erstausgabe, 1775

[Matthias CLAUDIUS]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder SÄMMTLICHE WERKE DES WANDSBECKER BOTHEN, I. UND II. THEIL. [Danzig]: S. t. [Flörke] 1775.

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[Matthias CLAUDIUS]: ASMUS omnia sua SECUM portans, oder SÄMMTLICHE WERKE DES WANDSBECKER BOTHEN, I. UND II. THEIL. Mit einem gestochenen Frontispiz, 2 gestochenen Illustrationen im Text, einem ganzseitigen Holzschnitt und einer Titelvignette im Holzschnitt. Hamburg und Wandsbeck [eig. Danzig]: S. t. [Flörke] 1775.

Kl.-8°. [1 nicht num. Bl. (Front.)], XVI, 232 Seiten. Zeitgenössischer, mit braunem Kleistermarmorpapier überzogener Pappband, der Rücken handgeschriebnem Titel auf Papieretikett, durchgehender Farbschnitt.

Sehr seltener Danziger Nachdruck von Teil I und II der »Sämmtlichen Werke des Wandsbecker Bothen« von Matthias Claudius, format-, satz- und wohl zeitgleich mit dem bei J. J. Chr. Bode in Hamburg erschienenen Original erschienen.

Ausgabe, Inhalt: Seit 1771 war Claudius unter dem Pseudonym »Asmus« als einziger Redakteur für die in Wandsbeck erscheinende, vom aufklärerischen Verleger Johann Joachim Christoph Bode gegründete Zeitschrift »Der Wandsbecker Bothe« tätig gewesen, deren Rubrik „Gelehrte Sachen“ er u.a. mit seinen eigenen Beiträgen und solchen von bei Bode verlegte namhaften Autoren wie Goethe, Herder, Lessing und Klopstock gründlich aus- und aufwertete. Das brachte dem Blatt zwar Ruhm, jedoch wenig Bares, weshalb Bode es im Oktober 1775 einstellte und Claudius entlassen musste. Schon in Nr. 179 der Zeitschrift vom 8. Nov. 1774 lud Claudius allerdings zur Subkription einer mit Kupfern illustrierten Buchausgabe seiner gesammelten Beiträge ein, die „in Hamburg bey Herrn Bode am Holzdam.“ (Subskriptions-Anzeige) getätigt werden möge, wo dann auch die Teile I und II (einer bis 1812 in ingesamt VIII Teilen (nebst Anhang zu Tl. V) aufgelegten Buchreihe im Erstdruck erscheinen sollten.

Der hier vorliegende Band ist ein format-, satz- und wohl auch zeitgleich mit der Originalausgabe bei Bode aufgelegter Nachdruck, der gemäß Goedeke vom Danziger Verleger und Drucker Jobst Hermann Flörke veranstaltet wurde.

Erhaltung: Einband an den Ecken minimal bestoßen und geringfügig berieben, der Buchblock an Seite und Fuß gering beschnitten, mit minimalen Bildverlust bei Frontispiz und Holzschnitt (S. 131); Frontispiz, Titelei, Ss. 1 - 44 und 211 - 232 stellenweise und durchgehend am unteren Rand fleckig, insgesamt wohlerhalten.

Seltenheit: Äußerst selten im Handel, gemäß VD18 in lediglich zwei institutionellen Sammlung Deutschlands vorhanden (München (BSB), Wolfenbüttel (HAB).

Literatur: VD18 90690354 und VD18 90690362; Goed. IV/1, S. 978, Nr. 8 (für die Erstausgabe bei Bode), S. 979: „Von den zahlreichen Nachdrucken sind nur zu nennen der Flörkesche vom I. und II. Theil. Hamburg und Wandsbeck 1775 (…)"