Rare Ausgabe über eine Reise von Konstantinopel nach Palästina, 1789

Heinrich MIRIKE; Johann Heinrich REIZ: REISE VON KONSTANTINOPEL NACH JERUSALEM UND DEM LANDE KANAAN. Augsburg: 1789.

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Heinrich MIRIKE; Johann Heinrich REIZ: REISE VON KONSTANTINOPEL NACH JERUSALEM UND DEM LANDE KANAAN. Mit vielen Anmerkungen von Palästina von Johann Heinrich Reiz. Augsburg: Christoph Friedrich Bürglen 1789.

8°. [Nicht num. Seiten 1-3 (Tit. mit gestoch. Vign., leer, Vorw.)], Seiten 4-224. Holzschnitt und Buchdruck, unbeschnittener Block in einer mit Faden gebundenen Interimskartonage, dieselbe mit Kleisterpapier in hellen Brauntönen überzogen.

Sehr seltene Ausgabe der Beschreibung einer 1664 stattgehabten Reise von der Hohen Pforte nach Palästina.

Autor, Inhalt: Als Autor wird Heinrich Mirike (niederländ. Hendrik Myrike), „weyl. Reformirter Prediger bey der holländischen Gesandtschaft in Konstantinopel“ (Titelbl.), genannt. Das Vorwort des Augsburger Verlegers Bürglen zwischen den Zeilen gelesen lässt sich aber schließen, dass es sich dabei um einen fiktiven Reisenden und demnach auch um einen Bericht handelt, der von Johann Heinrich Reiz (1655-1720), dem als Herausgeber aufscheinenden radikalen Pietisten, vefasst wurde. Das lassen auch die meist historischen und geographischen Anmerkungen von Reitz vermuten, die den Haupttext um ein Mehrfaches verlängern. Nichtsdestotrotz sind die topographischen Angaben sehr detailliert, es ist also anzunehmen, das auch Reitz selbst eine Pilgerfahrt nach Palästina unternommen hatte, die in vorliegendes Textkompositum eingeflossen ist. Umfänglicher beschrieben werden (in dieser Reihenfolge) Jaffa (Joppe), Ramla, Damaskus, dann natürlich Jerusalem, Bethlehem, Hebron, Jericho, die Ufer des Jordan, Samaria, Nazareth und der See Genezareth.

Es folgt eine „Zugabe“ über Geschichte und Kultur der Osmanen und schließlich ein Anhang (Ss. 207-224) mit einem Auszug aus „Peter Füßlins Beschreibung seiner Reise nach dem gelobten Lande“ von Johann Conrad Füßlin. Peter Füßlin war laut Vorbericht ein Zürcher Ratsherr, der 1523 eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen hatte.

Die Erstausgabe der Schrift war 1714 erschienen, und erlebte das populäre Buch im Laufe des 18. Jahrhunderts inklusive der hier vorliegenden noch mindestens 5 weitere Auflagen. 1725 erschien außerdem in Rotterdam eine mit Kupfern angereicherte niederländische Ausgabe in der Übersetzung von Wilhelm Otto Reitz, dem Sohn des Verfassers.

Erhaltung: Fehlpaginierung „66“ statt 96. Interimskartonage mit Fehlstellen am Rücken, Ecken und Kanten bestoßen, die Decken stark berieben, Vorderspiegel mit Tintenfleck, Titelblatt stellenweise aus der Bindung gelöst, der Schnitt etwas staubig, sonst solides, breitrandig auf festem Bütten gedrucktes Exemplar.

Seltenheit: Obschon nicht selten in institutionellen Beständen, ist die hier angeboten Ausgabe dieser kuriosen Palästina-Beschreibung von Reitz/Mirike laut JAP und APO in den letzten 40 Jahren lediglich ein Mal versteigert worden (1993).

Literatur: Beckmann, Psychsikalisch-ökonomische Bibliothek, Bd. 16.2 (1791), S. 308 („Geschmier“); Tobler, Bibliographia Geographica Palaestinae, 1867, Chron. Nrn. 1684 bzw. 1523 (zu Füesslis Hs., die in der Stadtbibl. Zürich aufbewahrt ist („Verdient einige Beachtung“); Tobler, Topographie von Jerusalem, 1853, Chron. Nr. 1664 („von wenig Werth“); Abraham, Biographisch woordenboek der Nederlanden, Bd. 12 (1869) zit. WBIS/BAB I 485.140 (belegt den biograph. Eintrag zu Myrike lediglich mit dem hier vorliegenden Buch); Hauck, Realencyklopädie für protestantische Theologie und Kirche, 3. Aufl., Bd. 16 (1905) zit. WBIS/DBA (Reitz).

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