Rare anarchistische, illustrierte Zeitschrift »Gedanke und Wille«, Bulgarien 1932

МИСЪЛ И ВОЛЯ. Missal y Volia. Pensée et Volonté [Gedanke und Wille]: Titelillustration nach einer klischierten Tuschzeichnung eines ungenannten Künstlers. Jg. III, Nr. 3. Sofia: 1932.

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МИСЪЛ И ВОЛЯ. Missal y Volia. Pensée et Volonté [Gedanke und Wille]: Седмичник за култура, свобода и благосъстояние. [Wochenblatt für Kultur, Freiheit und Wohlbefinden.] Hg. von G.[eorgi] Zhechev. Jg. III, Nr. 3 (9. Oktober 1932). Titelillustration nach einer klischierten Tuschzeichnung eines ungenannten Künstlers. Sofia: Druckerei „Miladinovi“ 1932.

2°. 4 Seiten, ungehefteter Bogen.

Nr. 3 des 3. Jg. dieser anarchistisch orientierten bulgarischen Wochenschrift, hier mit der großflächigen klischierten Abbildung der antikapitalistischen Tuschzeichnung eines anonymen (wohl bulgarischen) Künstlers mit der Bildunterschrift „Kapitalisticheski Kontsert“ auf dem Titelblatt.

Inhalt: Unter der Redaktion des Publizisten, Dichters und Übersetzers Georgi Zhechev (1897-1965), der schon bei der ebenfalls anarchistischen Zeitschrift »Golgota« (1921) mitgearbeitet hatte, versammelte die Zeitung Beiträge von bedeutenden Anarchisten wie Bakunin, Kropotkin und Malatesta, vor allem aber politische und literarische Texte von bulgarischen Autoren, wie dem Doyen der Moderne in Bulgarien, Geo Milev, oder Lyudmil Stoyanov, dem Mitbegründer des einflussreichen symbolistischen Periodikums »Hiperion« (1922-31) und Mitherausgebers von »Balgarska Pechat«, dem Organ der modernen graphischen Industrie und des Druckgewerbes. »Gedanke und Wille« erschien zwischen 1930/31 (Jg. I) und 1933/34 (Jg. IV) in jew. 35 Nrn., Jg. V (1934/35) sollte in Folge des Militärputsches vom Mai 1934, der mit starken Repressionen gegen linke Medien einherging, nur noch 12 Nrn. umfassen; danach wurde das Erscheinen des Blattes eingestellt.

Erhaltung: Papier gebräunt, Bogen zweimal gefaltet, insgesamt sehr gut erhaltenes Exemplar.

Seltenheit: Gemäß OCLC/WorldCat und KVK weltweit nur in einem einzigen institutionellen Bestand, jenem der Bulgarischen Nationalbibliothek in Sofia nachweisbar.

Literatur: BBP 3769; Jacono 6 (»Golgota«) und 47 (Stoyanov).