Pionierwerk der modernen dermatologischen Ikonografie, im Verlagseinband des Fin de Siècle

Eduard JACOBI: ATLAS DER HAUTKRANKHEITEN. Und: Supplementband. 2 Bde. Mit 237, wovon 235 Citrochromien nach Farbfotografien und Wachsmoulagen auf 128 Tafeln. Berlin und Wien: 1904 u. 1906.

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Eduard JACOBI: ATLAS DER HAUTKRANKHEITEN. Mit Einschluss der wichtigsten venerischen Erkrankungen. Für praktische Ärzte und Studierende. Und: Supplementband zum Atlas der Hautkrankheiten. 2 Bände. 2. u. 1. Aufl. Mit 237 (161 u. 76), wovon 235 Citrochromien nach Farbfotografien und Wachsmoulagen auf 128 (88 u. 40) Tafeln, nebst erläuterndem Text. Berlin und Wien: Urban & Schwarzenberg 1904 u. 1906. Lex-8°. XII, 132 S., 88 Taf.; VI, 48 [2] S., 40 Taf. Originaler Halblederband (Bd. 1) bzw. Leinenband (Bd. 2) des Verlags mit goldgeprägten Deckel- und Rückengoldtiteln, farbigen Vorsätzen und Kopffarbschnitten.

Vollständiger, hier im seltenen originalen Verlagseinband des Fin de Siècle vorliegender Exemplarsatz dieses insbesondere wegen der bis heute unerreichten Qualität und Instruktivität der Abbildungen außergewöhnlichen ersten Hautatlas mit Farbfotografien. Das Werk liegt hier in der 2., gegenüber der im selben Jahr erschienenen Erstausgabe um zwei Tafeln vermehrten Auflage vor; der Supplementband in erster Aufl. Ab der 3. Aufl. (1907) erschienen Haupt- und Ergänzungsband nur noch zusammen in vergleichsweise schmuckloser Bindung; bis 1934 erreichte das populäre Pionierwerk der modernen dermatologischen und venerologischen Ikonografie zahlreiche Auflagen und wurde in viele Sprachen übersetzt (u.a. ins Engl., Franz., Ital., Russ. u. Span).

Das Grundlagenwerk von Eduard Jacobi (1862-1915), ein Schüler des berühmten Breslauer Dermatologen Albert Neisser und ab 1889 Leiter der neugegründeten dermatologischen Poliklinik in Freiburg, beeindruckt vor allem durch die im Vierfarbendruck mit dem Citochrom-Verfahren gestochen scharfen und farbechten Reproduktionen von Farbfotografien feiner Wachsmoulagen, also dreidimensionaler und lebensgroßer Abformungen von Körperteilen zur naturnahen Wiedergabe menschlicher Krankheitsbilder. Die bestechende Qualität der Abbildungen setzte sogar die Fachwelt in Erstaunen: „Die Tafeln sind fast imstande die Moulagen zu ersetzen... Sie bilden eine ... moderne Fortsetzung der großen Kupferwerke des 19. Jahrhunderts." (Goldschmid) Jacobi hatte bei der Beschaffung der hunderten von Bildvorlagen keine Mühe gescheut und „nicht ohne beträchtliche Schwierigkeiten“ (Vorwort d. Verf.) eine Reihe hervorragender Wachsbilder renommierter Moulageure wie Jules Baretta (Paris), Karl Henning (Wien), Oskar Lasser und Helmut Lesser (beide Berlin) fotografieren lassen. Er fertigte solche auch selbst, und schließlich stellte sein Mentor Neisser aus dem Fundus der Breslauer Hautklinik rund 100 Exponate zur Verfügung. Noch heute besteht an der Universitätshautklinik Freiburg die von ihrem ersten Direktor Eduard Jacobi aufgebaute große und bedeutende Sammlung von Wachsmoulagen aller Hautaffektionen. - Mit Tinte angebrachter Namenszug von „Dr. Robert Lutz“ auf den beiden Vortitelblättern recto.

Lederbesatz von Bd. 1 stellenweise berieben, Ecken und Kanten etwas bestoßen, die Rücken beider Bände mit geringer Regalbleichung, sonst ausgezeichnet erhaltener, nicht stockfleckiger Exemplarsatz mit frischen Tafeln.

Verlagsbibliographie Urban & Schwarzenberg, 1916, S. 104f.; Goldschmid, Geschichte und Bibliographie der pathologischen-anatomischen Abbildung, 1925, S. 228

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Weight 4 kg