Österreichs Flora, 180 Kupfer, in Lieferumschlägen und mit Widmung

Leopold TRATTINNICK: FLORA DES ÖSTERREICHISCHEN KAISERTHUMES. 18 Hefte (von 24) in 15 Lief. (H. 12-15 zus.) 180 (von 240) Kupfertafeln und 91 begleitende Texten. Wien: 1814-1817.

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Leopold TRATTINNICK: FLORA DES ÖSTERREICHISCHEN KAISERTHUMES. 18 Hefte (von 24) in 15 Lieferungen (H. 12-15 zusammen). 180 (von 240) Kupfertafeln und 91 begleitende Texten. Wien: Auf Kosten des Herausgebers [Kommissionsverlag bei Schaumburg und Comp.] 1814-1817. Lex.-8. H. 1-10: S. 1-104, Texte Nrn. 1-69, 112 Taf.; H. 11: S. 1-8, Texte Nrn. 101-105, 8 Taf.; H. 12-15 (4 Nrn.), 1 Bl. (Nachricht), 33 Taf. (Nrn. 109-140); H. 16: S. 9-16, Texte Nrn. 106-113, 9 Taf.; H. 17: S. 17-20, Texte Nr. 114-117, 9 Taf.; H. 18: S. 21-24, Texte Nrn. 118-122, 9 Taf. Originale Lieferumschläge in Fadenheftung mit gestochenem kalligrafischem Titel sowie floralem Linien- und Rahmenwerk.

Umfangreiches Konvolut von 18 der 24 Hefte mit 180 der 240 „schwarzen“, von Joseph Seher nach dekorativen Zeichnungen gestochenen Kupfertafeln des unter Herausgeberschaft von Leopold Trattinnick (1764–1849), Custos am Wiener Hof-Naturalienkabinett (heute Naturhistorisches Museum), erschienenen, komplett äußerst seltenen botanischen Prachtwerks über Österreichs Flora, hier mit den originalen, mit gestochenen Titeln versehenen Lieferungsumschlägen. Die vorliegenden Hefte 1-18 erschienen von Dezember 1814 bis Ende Jahr 1817 auf Kosten Trattinnicks und wurden über die Wiener Verlagsbuchhandlung Schaumburg vertrieben.

Im Anschluß und teils parallel zu seinem ebenfalls zuerst in Lieferungen erschienenen »Archiv für Gewächskunde« (1811-1818, 5. Lief., 250 Taf.) brachte der geschäftstüchtige Botaniker und Fachschriftsteller auch die »Flora des österreichischen Kaiserthums« in der Folge als von ihm selbst vorfinanzierte Buchausgabe heraus, welche 1816 und 1820 in Kommission über den Verlagsbuchhändler Anton Strauß vertrieben wurde, und zunächst 2 Bände mit den Lieferungsheften 1-22 beinhaltend 219 Tafeln nebst 2 gestochenen Porträts umfasste. Ebenso wie im Fall der »Ausgemahlte Tafeln aus dem Archiv der Gewächskunde« (1813-14, 4 Bde., 407 Taf.) konnte dabei auch die »Flora« gegen Subskription mit kolorierten Kupfern bezogen werden, wobei Trattinnick dafür den vierfachen Preis der „schwarzen“ Normalausgabe veranschlagte (wie er im Vorwort zu H. 1 berichtet). 1822 folgten als Nachtrag die Hefte 23 und 24, die als 3. Band der »Flora« herauskamen und weitere 21 Tafeln von „Holz-Pflanzen“ beinhalteten, so dass sich die Gesamtzahl der Kupfertafeln des Werks auf 240 erhöhte (vgl. Nissen BB 1985; das Tafelverzeichnis (sh. digital. Ex. d. UB Frankfurt/Main) nennt allerdings für die Bde. 1 (111) u. 2 (107) nur 218 statt 219 Tafeln).

Im vorliegenden Konvolut fehlen 2 gestochene Porträts und die Lieferungshefte 19-24 mit 60 Tafeln, als da sind 39 Taf., die in Bd. 2 der Buchausgabe mit den Pflanzen Nrn. 126 und 165-200 Eingang gefunden haben (wobei 180 u. 181 jew. 2 Taf. umfassen) und 21 Taf. d. 3 Bandes, sowie die beschreibenden Texte ab Pflanze Nr. 92. Hingegen ist hier eine Tafel vorhanden (H. 9: „Pedicularis versicolor“), die in der gebundenen Ausgabe nicht vorkommt.

PROVENIENZ: Zwei datierte und signierte Widmungen Trattinnicks in lateinischer Sprache (mit Bleistift und Tinte, Heft 6, Titelbl. v; Heft 8, Titelbl. r u. v) für Leopold Mark (1765-1816), Kaufmann und Bürgermeister von Klosterneuburg, der Heimatstadt des Herausgebers.

Die „Flora des österreichischen Kaiserthums“ zählt zu den seltensten von Trattinnicks raren Werken über heimische wie exotische Flora. Das Werk ist noch rarer als sein berühmter »Thesaurus botanicus«, aber von ebenbürtiger Qualität bezüglich der Papierauswahl und des Kupferdrucks. Die "Flora" wurde und wird im Handel außerordentlich selten angeboten, auch nicht in einzelnen Heften. Vorliegendes Konvolut ist zudem aufgrund der nahezu unauffindbaren Lieferumschläge und der Widmungen ein Unikat. Vollständige Exemplarsätze mit allen 3 Bänden haben laut OCLC, KVK und viaLibri Libraries weltweit lediglich 3 Institutionen, die UB Wien, die Österr. Nationalbibliothek (Grafikslg.) und die ULB Münster. British Library, UB Frankfurt am Main, HAAB Weimar (kolor., zahlr. Taf. fehlen), ULB Halle und UB Pavia (kolor.) haben die zweibändige Ausgabe von 1816-20 im Bestand, weiters UB Greifswald, ZHB Luzern, BIU Montpellier und UB Strassburg den 1. Bd.

Heftränder stellenweise eselsohrig; Rücken, insbesondere an den oberen und unteren Enden bestoßen und mit Fehlstellen, Bindung von H. 1 in der Mitte gelöst, die Ränder des Vorderumschlags stellenweise mit Fehlstellen; die auf Maschinbütten abgezogenen Textblätter teils stockfleckig und mit Lichträndern, die auf stärkerem, handgeschöpftem und hellem Bütten mit breitem Rand gedruckten und seitlich sowie unten unbeschnittenen Tafeln dagegen bis auf wenige Stockflecken frisch.

De Belder 359 (bezeichnet die von Nissen angegebene Anzahl von 240 Tafeln für zu hoch); Nissen BB 1985.

Additional information

Weight 2 kg