Niebuhrs Geschichte Roms mit 2 prächtigen Kupfern, Exemplar von August Löwis, 1811/12

B. G. NIEBUHR: RÖMISCHE GESCHICHTE. 2 Bände. Mit 2 mehrf., mehrfarb. grenz- und flächenkolorierten Kupferstichkarten. Berlin: 1811/1812.

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B.[arthold] G.[eorg] NIEBUHR: RÖMISCHE GESCHICHTE. 2 Bände. Mit je einer mehrfach gefalteten, mehrfarbig grenz- und flächenkolorierten Kupferstichkarte von Ferdinand Jättnig jr. (Bd. 1) und Carl Maré (Bd. 2) nach Zeichnungen von C. v. Klöden. Berlin: Realschulbuchhandlung 1811 und 1812.

8°. XVI, 455 [9 (Legende, Errata)]; X, 562 (inkl. Legende) [1 (Errata)] Seiten. Halblederbände der Zeit mit Kartondecken unter Marmorpapier und Lederecken, der Titel in ornamentierter Goldprägung auf grünen Rückenschildchen.

Erstausgabe dieses historiographisch bedeutenden Werks über die Geschichte Roms, von den Anfängen bis ins 5 Jh. n. Chr., verfasst vom hochrangigen Finanzbeamten (in dänischen und preußischen Diensten), Althistoriker und preußischen Hofhistoriographen Barthold Georg Niebuhr (1776-1831). Niebuhr sah in der Römischen Republik einen auch für seine Zeit beispielgebenden Ausgleich zwischen Adel, Volk und Bauernstand verwirklicht, welche Auffassung er seit November 1810 im Rahmen seiner Vorlesungen an der neugegründeten Berliner Universität darlegte. „Deren aufsehenerregende Wirkung beruhte darauf, dass Niebuhr aus den Zweifeln an der Zuverlässigkeit der antiken Historiographie die Konsequenz zog, die Geschichte mit einer Darstellung zu rekonstruieren, in der die Analyse des Quellenmaterials mit der Erzählung der Ereignisse verbunden ist. Niebuhr begründete damit die kritische Historiographie über die Antike...“ (Nippel). Vorliegend ist die erste Buchfassung der geschichtswissenschaftlich bedeutenden Vorlesungen. 1832 erschien im Rahmen der 2. Aufl. aus dem Nachlass ein 3. Band.

Die nachgebundenen, detailreich gestochenen Karten von Italien ("nach den Völkerstämmen in der ersten Hälfte des dritten Jahhunderts dieser Stadt" (Bd. 1) und "nach den Staaten um das Jahr Roms 417" (Bd. 2) sind klar gestochen und kräftig koloriert.

Provenienz: Handschriftlicher, mit 1822 datierter und mit dem Zusatz „Bonn“ verorteter Besitzervermerk auf den beiden Titelblättern des deutschbaltischen Adelsritters schottischer Abstammung, Juristen und Politikers Gotthard August von Löwis of Menar (1801-1849). Ab 1825 ist eine Vorlesungstätigkeit Niebuhrs auch in Bonn verbürgt (DBE), und es steht aufgrund des Besitzervermerks zu vermuten, dass Löwis, „eifriger Verteidiger der gutsherrlichen Rechte und der [Livländischen] Bauernverordnung von 1819“ (DBL), Niehbuhrs Vorlesungen hörte und das Werk in diesem Zusammenhang beschaffte.

Gelenke und Kapitale (Bd. 1) bzw. größere Teile des Einbandrückens (Bd. 2) mit zeitgenössischem Leder gleicher Farbe fachkundig restauriert, Vorsätze an den Ecken mit Verdunkelungen durch Kleber, einige wenige Blätter mit ganz leicht sichtbaren Wasserflecken, Schnitt stellenweise geringfügig schmutzfleckig, ansonsten ausgezeichnet erhaltenes, handlich gebundenes Exemplar dieses in der Erstausgabe selten angebotenen Werks, hier in einem provenienzgeschichtlich bedeutendem Unikat.

Werner Nippel: Barthold Georg Niebuhr. In: DBE, Bd. 7 (1998) zit. WBIS/DBA I 899, 16-41; II 948, 358-369; III 665, 78-142; 1041, 399-406; WBIS/DBL 1970 zit. WBIS/BaBA I 211, 117-119 (Löwis); Thieme/Becker, Bd. 18 (1925) zit. WBIS/DBA II 646,27

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Weight 2 kg