Mit dem Karawanen-Schlitten durchs eisige Sibirien, 1898

KISAK TAMAI: KARAWANEN-REISE IN SIBIRIEN. Berlin: Karl Siegismund (Pass & Garleb) 1898.

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KISAK TAMAI: KARAWANEN-REISE IN SIBIRIEN. Von Kisak Tamai aus Japan. Angehängt: Weltreise mehrerer Japaner über Sibirien vor 100 Jahren. Titelblatt mit einem Fotoporträt des Verfassers in Reisetracht und aufwändiger Titeltypografie. Berlin: Karl Siegismund (Pass & Garleb) 1898. 8°. [4 nn. S. (Titelbl., Vorw.)], [nn. S. 1], S. 2-163, [1 nn. S.]. Privater Halbleinenband der Zeit mit ornamentiertem Rückengoldtitel auf grünem Leinen, mit Steinmarmorpapier überzogenen Einbanddecken, floral gemusterten Vorsätzen, Marmorschnitt und Lesezeichenband.

Erste und einzige Ausgabe dieses Reiseberichts des japanischen Publizisten Kisak Tamai, der zwischen November 1892 und Februar 1894 allein und auf dem Landweg aus Japan über Korea durch Sibirien sowie Russland und schließlich bis nach Berlin reiste. Die Schilderungen Tamais beruhen auf seinen Tagebuchaufzeichnungen, die er während einer einmonatigen Parforcereise auf einem Karawanenschlitten von Irkutsk nach Tomsk führte. Nach einem einführenden Kapitel über das Verkehrswesen in Sibirien folgen 30, teils sehr ausführliche Tagesberichte über den Reiseablauf und die Vorkommnisse.

Tamai hatte schon in Japan als Dozent Deutschunterricht gegeben und ging mit dem Ziel nach Berlin, die „europäische Kultur und insbesondere den Welthandel an der Quelle zu studieren“ (Vorwort d. Verf.) Er verdiente sich seinen Lebensunterhalt als Journalist, gründete einen Eigenverlag und arbeitete als Patentvermittler. Von 1898 bis zu seinem Tod im Jahr 1906 gab er die Zeitschrift »Ost-Asien« heraus. Im Anhang gibt der Autor einen Überblick über japanische Forschungsreisende des 19. Jh. in Sibirien. - Einband an den Ecken und Kanten berieben und bestoßen, sonst gut erhaltenes Exemplar dieses selten angebotenen Reiseberichts.

Andreas Weiß, Europa aus der Sicht Asiens. Beziehungen in einer Konstruktionsgeschichte, in: Themenportal Europäische Geschichte, 2010, URL: https://www.europa.clio-online.de/essay/id/artikel-3564 (Abruf: 8.3.2018).