Mártons seltene deutsche Sprachlehre für Ungarn im unikalen lithografischen Einband, 1810

Joseph MÁRTON: Német grammatika… [Deutsche Grammatik]. 3. Aufl. UND: Deutsches Lesebuch zum Gebrauch für Ungarn. 3. Aufl. Wien: 1810.

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Joseph MÁRTON: Német grammatika, ahoz tartozó grammatikai gyakorlásokkal, egy új német olvasókönyvel és szókönyvel együtt. (...) [Deutsche Grammatik mit dazu gehörenden Übungen und einem neuen deutschen Lesebuch]. 3., verbesserte u. erweiterte Auflage. UND: Deutsches Lesebuch zum Gebrauch für Ungarn. 3., verbesserte Auflage. Wien: Anton Pichler 1810.

8°. VIII, 168 Ss.; 239 [1] Ss. Originaler grauer Pappband des Verlags mit lithografiertem, dekorativen Einband- und Rückentitel.

Frühe Ausgabe dieser wegweisenden deutschen Grammatik für Ungarn von Joseph (auch József) Márton (1771-1840), Linguist, Lexikograf, Professor für Ungarisch an der Universität Wien und Sprachlehrer der hier stationierten ungarischen Leibgardisten. Bereits als junger Gymnasiallehrer in Leutschau (Lőcse, heute Levoča [Slowakei]) hatte der aus einer ungarischen Adelsfamilie stammende Martón 1799 eine erste »Deutsche Sprachlehre für Ungarn«, ein zugehöriges deutsches Lesebuch und ein kleines deutsch-ungarisches Wörterbuch herausgebracht. Der Bedarf für diese Lehrbücher war groß, sodass bis ins Jahr 1851 weitere 16 Auflagen von Grammatik und Lesebuch erscheinen konnten, das vorliegende Exemplar stellt die 3., im Vergleich zur 2. um das vierfache erweiterte Auflage dar: „Diese in ungemein faßlicher Weise ausgeführte Grammatik der deutschen Sprache hat wesentlich zur Verbreitung des deutschen Idioms in Ungarn beigetragen, nach ihr wurde die deutsche Sprache fast an allen ungarischen Gymnasien als ordentliches Studium gelehrt und ist es den Ungarn niemals eingefallen, sich deshalb über Sprachenzwang zu beklagen, wohl aber entsprang daraus der Nutzen, daß heute jeder gebildete Ungar die deutsche Sprache gut spricht und nicht selten ebenso schreibt.“ (Wurzbach). Daneben brachte Márton u.a. eine »Praktische ungarische Sprachlehre für Deutsche« (1799, 9. Aufl. 1840) heraus und zeichnete auch für das erste umfassende Wörterbuch mit linguistischem Anspruch, dem »Lexicon Trilingve Latino - Hungarico – Germanicum« (1818), verantwortlich.

Gelenke mittels Leinenstegen fachkundig erneuert, Einband stellenweise stock- und schmutzfleckig; Vorderdeckel des Einbands, Vorsätze, Titelblatt, Kopfschnitt und die Ss. 235-240 teils mit Besitzervermerken bzw. kleinen Tintenflecken, innen sonst sauberes und kaum fleckiges Exemplar.

Die hier vorliegende 3. Auflage von Mártons deutscher Grammatik für Ungarn ist äußerst selten, über OCLC/WorldCat, KVK und viaLibri Librairies weltweit finden sich lediglich zwei Exemplare nachgewiesen, in der WLB Stuttgart und der Ungarischen Nationalbibliothek. Das »Deutsche Lesebuch für Ungarn“ ist in dieser Auflage überhaupt nicht nachzuweisen, lediglich in der Kaschauer Erstausgabe von 1799 (SUB Göttingen) und der wesentlich schmaleren Wiener 2. Auflage von 1802 (3x, Ungar. Akad. d. Wiss., Budapest; Bibl. d. Erzabtei St. Peter; BSB). Gemäß dem Jahrbuch der Bücherpreise (1906-38), dem Jahrbuch der Auktionspreise (1950ff.) und Auktionspreise online (ca. 1988ff.) wurde keine Auflage beider Titel jemals auktioniert.

Im originalen, mittels Lithografie durchgehend kalligrafierten und mit biedermeierlich-floraler Ornamentik versehenen Verlagseinband heute wohl unikal.

Wurzbach XVII (1867), 57f.; Rózsa, Maria: In Wien 1801-1850 gedruckte und verlegte ungarische Bücher. In: Mitteilungen der Gesellschaft für Buchforschung in Österreich, Nr. 1 (2010), Ss.23-35, hier S. 24f.

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