Lessing entfacht den »Fragmentenstreit«, Erstausgabe, 1778

LESSING, Gotthold Ephraim: Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger. Noch ein Fragment des Wolfenbütteler Unbekannten. Braunschweig:1778.

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LESSING, Gotthold Ephraim: Von dem Zwecke Jesu und seiner Jünger. Noch ein Fragment des Wolfenbütteler Unbekannten. Braunschweig: [Buchhandlung des Waisenhauses] 1778. Kl.-8°. [12] 276 S. Hellblaue Interimsbroschur der Zeit in Fadenheftung, mit händisch beschriftetem Rückentitel auf Papierschildchen.

Erstausgabe dieser von Lessing hg. Schrift des Hamburger Philosophen und Orientalisten H. S. Reimarus (1694-1768). Das Büchlein wurde gleich nach Erscheinen konfisziert und verboten, da es "nicht geringeres als die christliche Religion aufs schlüpfrige zu sezzen, wo nicht völlig einzureissen, zur Absicht zu haben scheinet (…), die Religion in ihrem Grunde zu erschüttern, lächerlich und verächtlich machen zu wollen." (Kabinettsbefehl Herzogs Karl, zit. nach Lessing-Kat. Wolfenbüttel S. 46). Reimarus hatte die evangelische Orthodoxie angegriffen, indem er behauptete, dass "Jesu Jünger das politisch-messianische Testament ihres Meisters (…) in ein charismatisches Heils- und Erlösungssystem umgefälscht (hätten)" (a.a.O. S. 47) Damit löste er den bekannten Fragmentenstreit aus und sollte auch der Forschung zu Leben und Wirken Jesu entscheidende Impulse geben.

Goed. IV 1, 448, 162; Muncker 451 f.; Dr. b. Lessing-Kat. Wolfenbüttel 44; Borst 364; Wilpert/Gühring, 2. Aufl., 74. (Mit Dank an Kollegen Braecklein (Berlin).

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