Umfangreiche Leistungsschau des ungarischen Meisterdruckers Izidor Kner, 1921-1922

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Izidor Kner (Dr. u. Vlg.): Monumenta literarum. Gyoma: Izidor Kner 1921-1922. 24 Broschuren in zwei Halbleinenmappen.

Izidor KNER (Dr. u. Vlg.); KOZMA, Lajos (Illustr.); György KÍRALY (Hg.): Monumenta literarum. A világirodalom kisebb remekművei legkiválóbb műfordítóink uj fordításaiban [Auszüge von Werken der Weltliteratur, neu übertragen von unseren herausragendsten Übersetzern]. Ausgewählt und bearbeitet von György Kíraly. Ausstattung von Lajos Kozma. Gyoma: Izidor Kner 1921-1922. 4°. 24 weiße, orange, blaue, grüne und braue Broschuren in Fadenheftung mit teils illustrativem oder typografischem, teils zweifärbigem Umschlagtitel (die Titelblätter abbildend), je 12 Broschuren lose in zwei Halbleinenmappen mit typografischem Deckel- und Rückentitel, Verlagssignet auf Hinterdeckel, montiertem Inhaltsverzeichnis auf Vorderspiegeln, sowie jeweils 3 violetten Schließbändern.

Eines von nur 600 Exemplaren dieser eindrucksvollen Leistungsschau des bibliophilen ungarischen Verlags- und Druckhauses Kner. Gegründet von Izidor Kner (1860-1935), der sich auch als Schriftsteller betätigte und als Drucker vor allem durch seine Balleinladungen im sezessionistischen Stil bekannt wurde, und ausgebaut von Sohn Imre, der insbesondere als innovativer Typograf und Buchkünstler in Erscheinung trat, galt das Unternehmen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert als Inbegriff ungarischer Buchkultur. Imre Kner fiel 1944 der Shoah zum Opfer, das im ostungarischen Gyoma angesiedelte Unternehmen wurde weitergeführt und gilt heute wieder als eine der besteingeführten Druckereien des Landes. - Vorliegende Sammlung beinhaltet eigens für die diese Publikation neu übersetzte Texte des Alten Testaments, von lateinischen Klassikern wie Apuleius und Lukian, sowie unter anderem von Balzac, Cervantes, Dante, Goethe, Macchiavelli, Milton, Molière, Poe und Stifter.

Das vom Jugendstil-Künstler und modernistischen Architekten Lajos Kozma elegant gestaltete Monumentalwerk ist ein regelrechter Rundgang durch das reiche typografische Vermögen der Druckerei Kner: die einzelnen Hefte sind durchwegs breitrandig, teils zweispaltig gesetzt und meist auch aufwendig mit Initialen, Zierrahmen und -leisten sowie Vignetten versehen. Der satte Druck erfolgte, teils zweifarbig in rot-schwarz auf geripptem Maschinbütten, die Umschläge sind aus verschiedenfarbigem handgeschöpftem Bütten geschnitten. Daneben erschien eine auf 60 Exemplare limitierte Ausgabe auf festerem, holzfreiem Ullersdorfer Bütten (heute Velké Losiny, Tschechien) mit Wasserzeichen, die Umschläge aus anderem Umschlagbütten und in anderer Farbverteilung, in Halbledermappen gebunden.

Mappen an den Kanten gering bestoßen, Umschlagränder der Büttenstruktur entsprechend teils ausgefranst und - weil überständig – teils etwas gebleicht, sonst sehr sauberer Satz dieses seltenen Werks, über OCLC und KVK komplett und außerhalb Ungarns nur in der DNB (Leipzig), der SBB Berlin und der Staats- u. UB Hamburg nachweisbar.

Beigegeben: Kner, Emerich: Zeitfragen des typografischen Stils. Vortrag am 5. internationalen Buchdruckerkongress in Budapest, am 25. August 1937. Gyoma: Kner 1937. 8°. 16 S. Broschur.

Lévay/Haiman: A kner-nyomda 1888-1944, 1.311-1.322 u. 1.333-1.344; ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 436.

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Weight 10 kg