Leistungsschau einer bedeutenden Glockengiesserei

FRANZ SCHILLING SÖHNE, HOFGLOCKENGIESSEREI: [Illustrierter Katalog anlässlich des 100. Firmenjubiläums, u.a. mit Abbildungen von zwischen 1895 und 1927 gegossenen Kirchenglocken]. Apolda: [1927].

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FRANZ SCHILLING SÖHNE, HOFGLOCKENGIESSEREI, Apolda (Thüringen): [Illustrierter Katalog anlässlich des 100. Firmenjubiläums, u.a. mit Abbildungen von zwischen 1895 und 1927 gegossenen Kirchenglocken]. Mit 69, meist fotografischen Abbildungen, wovon 35 ganzseitig. Apolda: Selbstverlag (Poeschel & Trepte, Leipzig) o. J. [1927].

4°. [1-5], 6-138, [2] Seiten. Originale englische Kartonage mit Umschlagillustration nach einem Holzschnitt.

Umfangreiche Leistungsschau einer der bedeutendsten deutschen Glockengießereien im 19. und 20. Jahrhundert. Von 1826 bis in die späten 1980er-Jahre goß und fertigte das im thüringischen Apolda ansässige Unternehmen u.a. über 17.000 Bronzeglocken bzw. Glockenspiele und Glockenstühle, mitunter aus dem Material von geschmolzenen Kanonen. Schilling arbeitete vornehmlich für kirchliche Auftraggeber, aber auch für staatliche, und zwar ungeachtet der politischen Zäsuren des 20. Jahrhunderts: Während des Nationalsozialismus etwa stattete man zwei „Ordensburgen“ mit Glockenspielen aus, auf denen Sprüche Hitlers eingearbeitet waren. 1957 goß man dann im Auftrag der DDR-Regierung die »Buchenwald-Glocke« für die gleichnamige KZ- Gedenkstätte. Daneben wurden in DDR aber auch Glocken mit Ritzzeichnungen des regimekritischen Künstlers Horst Jährling hergestellt.

Die meist blattgroßen, auf Hochglanzpapier hochwertig gedruckten fotografischen s/w-Abbildungen zeigen vor der Auslieferung getätigte Detailaufnahmen u.a. der größten von der Gießerei Schilling hergestellten Glöckengeläute, jene für die Berliner Gedächtniskirche (gegossen 1894, damals auf Rang 16 der größten Glocken der Welt), für die (1945 zerstörte) Danziger Katharinenkirche, für die Hamburger Hauptkirche Sankt Michaelis und für die Kreuzkirche in Dreden. Daneben sind auch Abbildungen von Betriebsanlagen und Glockenweihen aufgenommen. Der Textteil des Katalogs besteht hauptsächlich aus einem genauen Verzeichnis aller von 1878 bis Mitte 1927 gegossenen bzw. gelieferten Glocken, einer Tabelle der 63 damals größten Glocken der Welt und einem Anfang mit Referenzen.

Vorderseite des Umschlags etwas schmutzfleckig, derselbe stellenweise mit minimalen Randeinrissen, sonst gut erhaltenes Exemplar dieser selten angebotenen Firmenschrift, welche die Zeitläufte im beiliegenden, frankierten und mit gedrucktem Absenderetikett der Fa. Schilling versehenen Versandkarton die Zeitläufte nahezu unbeschadet überdauerte.

Sehr seltene und kaum angebotene Firmenschrift, gemäß KVK in keiner institutionellen Sammlung in Deutschland nachweisbar. Lediglich ein nur halb so umfangreicher Katalog von 1916 ist in einem Exemplar nachweisbar (Bibl. d. Staatl. Inst. f. Musikforschung PK, Berlin).

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