Lähnes Privatschule für höhere Söhne Ungarns in Ödenburg, Lithografie, 1860

LÄHNE’S KNABEN-ERZIEHUNGS-ANSTALT IN OEDENBURG. Getonte lithografische Ansicht. Wien, o. J. [um 1860]

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Friedrich LÄHNE]: LÄHNE'S KNABEN-ERZIEHUNGS-ANSTALT IN OEDENBURG. Getonte lithografische Ansicht mit 9, teils ornamental gerahmten Bildelementen nach Bleistiftzeichnungen und Titel. Wien: Artistische Anstalt von Reiffenstein & Rösch, o. J. [um 1860]. 46,5:47,3 [Darstellung]; 41:52,3 cm [Blatt].Getonte Lithographie auf starkem Papier.

Äußerst seltenes Blatt mit Ansichten der zwischen 1853 bis 1918 bestehende reformpädagogischen Privatschule für höhere Söhne Ungarns in Ödenburg [Sopron].

Inhalt: Das Blatt zeigt mittig eine Gesamtansicht der Anstalt, um die mittels, teils ornamentaler, Rahmensetzung 8 Detailansichten gruppiert sind. Zu sehen sind u.a. verschiedene Teile des Hauptgebäudes aus unterschiedlichen Perspektiven, eine Parkanlage, ein Schwimmteich samt kleiner Tribüne, 2 Kapellen und ein Sportareal mit turnenden Schülern. Die Ansichten sind detailgetreu mit Bleistift ausgearbeitet und hier kräftig lithografiert wiedergegeben.

Die vom deutschen Pädagogen Friedrich Lähne (1822-1881) bis 1880 (danach von seinem Sohn Wilhelm) geleitete Anstalt verstand sich als ein gemäß den Lehren Pestalozzis betriebenes Musterinstitut der gewaltfreien Erziehung, und stand damit im Widerspruch zur damals auch in Ungarn weit verbreiteten körperlichen Züchtigung von Schülern als legitimiertes Bildungs- und Erziehungsmittel. Vor allem der Hochadel Westungarns ließ seine Söhne in Lähnes Haus erziehen, u.a. war auch Miklos Horthy Schüler der Anstalt. Friedrich Lähne war u.a. seit 1845 an der Lehrerbildungsanstalt in Oberschützen tätig gewesen, der einzigen evangelischen im damaligen Ungarn, bevor er 1853 das Ödenburger Institut gründete.

Erhaltung: Die Blattränder wurden für eine frühere Einrahmung ohne Bildverlust unterschiedlich beschnitten, die Ränder sind mitunter gering eingerissen, mit einigen wenige Knickspuren und Stockfleckchen versehen.

Seltenheit: Von großer Seltenheit, OBV und KVK weisen lediglich ein weiteres Exemplar in institutionellen Beständen aus (Wien [ÖNB]).

Literatur: Magyar életrajzi lexikon II (1982) zit. WBIS/UBA 1,386,189-190 (Friedrich Lähne).