Monumentales Mappenwerk zu den Obstsorten Deutschlands, 1956-68

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Hans KRÜMMEL et al.: DEUTSCHE OBSTSORTEN. 10 Bde + Ergänzungsheft. Mit Mit 217 [+2 im Ergänzungsheft] Taf. nach Aquarellen von Anni SCHALIN u. 2 gefalt. Farbbestimmungstaf. Berlin: 1956-60; 68.

Hans KRÜMMEL; Wilhelm GROH und Gerhard FRIEDRICH, Hg.; Anni SCHALIN, Illustr.: DEUTSCHE OBSTSORTEN. Hg. von der Zentralstelle für Sortenwesen. 10 Bände + Ergänzungsschrift (Alles Erschienene). Mit 217 [+2 im Ergänzungsheft], wovon 3 gefalteten Tafeln nach Aquarellen von Anni Schalin sowie 2 gefalteten Farbbestimmungstafeln, alle im 8- bis 10-Farbenoffsetdruck, sowie zahlreichen lithografierten bzw. klischierten, teils farbigen (Erg.) fotografischen Abbildungen und Umriß- sowie Handzeichnungen. Umschlaggestaltung von Hanna Weißbach. Berlin: Deutscher Bauernverlag bzw. Deutscher Landwirtschaftsverlag (VEB Deutsche Wertpapier-Druckerei, Leipzig [Satz, Druck, Farbenoffset], VEB Graphische Kunstanstalt Reprocolor, Leipzig und Fortschritt, Erfurt [Lithografie und Klischee], Nationales Druckhaus VOB National [Mappen], Druckwerkstätten Stollberg VOB [Ergänzungsheft]), 1956-60;68.

4°. [4 beidseitig bedruckte Halbbögen (Titel, Vor- u. Geleitwörter, 2 Farbbestimmungstaf.), 14 beidseitig bedruckte Halbbögen, 22 Taf.]; [14 Hb., 22 Taf.]; [15 Hb., wovon 2 doppelt, 22 Taf., Beil.]; [16 Hb., 24 Taf.]; [15 Hb., 23 Taf., Beil.], [14 Hb., 18 Taf.]; [13 Hb., 21 Taf.]; [15 Hb., 23 Taf.]; [12 Hb., 2 Taf.]; [14 Hb., 20 Taf.]; [16 Hb., 24 Taf.]; [19 Hb., 23 (v. 24) Taf, Beil.]; Ergänzungsheft: [54 Bll., wovon 14 Taf.] 8- bis 10-Farbenoffsetdruck, Lithografie, Farboffset (Erg.) und Klischee, lose in den originalen, farbigen Mappen mit mehrfarbig illustrierten und typografischen Deckeltiteln bzw. in der originalen Metallheftung mit farbig illustriertem Umschlatitel (Erg.).

Reich und außergewöhnlich illustriertes pomologisches Großwerk der DDR, hier vollständig mit dem 1968 erschienenen Ergänzungsheft.

Inhalt: Monumentales Mappenwerk zu den in Deutschland (Ost und West) kultivierten Obstsorten, die erste umfängliche, wissenschaftliche Bestandsaufnahme seit der von Müller, Bißmann et al. herausgebrachten Publikation »Deutschlands Obstsorten« (1905-34). Das Werk beinhaltet mit Umriß- und Handzeichnungen bzw. Fotos illustrierte Beschreibungen von Baum, Frucht und morphologischen Merkmalen von 177 verschiedenen Sorten Äpfeln, Birnen, Kirschen, Pflaumen und Zwetschgen, Pfirsichen, Aprikosen, Beeren und Walnüssen. Der Schwerpunkt liegt bei Äpfeln und Birnen.

Illustration: Herausragend sind die von der Leipziger VEB Reprocolor satt und kontrastreich im 8- bis 10-Farbenoffset auf den beiliegenden 217 [+2 im Ergänzungsheft] Tafeln wiedergegebenen Aquarelle der Pflanzenmalerin Anni Schalin (1900-77). Schalin, die an der Berliner Reimann-Schule Modezeichnen studiert hatte, wandte sich früh der wissenschaftlichen Malerei zu und zählte über Jahrzehnte und insbesondere in der DDR zu den gefragtesten Künstlerinnen dieses Genres. Die hohe Qualität Ihrer Pflanzenmalerei veranlasste die Zeitgenossen, sie mit Maria Sybilla Merian zu vergleichen. (Koronowski)

Das Werk »Deutsche Obstsorten« wurde in 10 Lieferungen von jeweils 12 bis 19 Sortenbeschreibungen und zugehörigen Tafeln ausgeliefert. Zu den losen Lieferungen von insgesamt 177 beidseitig bedruckten Halbbögen mit den Sortenbeschreibungen, denen die 217 Tafeln einlagen, bot der Verlag wie hier vorliegend entweder 10 jeweils verschiedenfarbige, von Hanna Weißbach typografisch gestaltete Mappen mit montierten Deckelillustrationen an, oder aber man konnte mittels eines der 10. und letzten Lieferung beiliegenden Bestellschein (vorhanden) 3 „Mappen mit Klemmrücken und Lederinbezug“ ordern. 1963 wurde das Mappenwerk dann in drei Bände gebunden neu aufgelegt, und von 1964-67 erschien zusätzlich eine aus 5 Teilen bestehende Folgeauflage in Metallheftern. 1968 publizierte man schließlich eine erste (und einzige) Ergänzungslieferung zum Originalwerk von 1956-60, die hier beiliegt und das Set damit vervollständigt. Diese einzige Ergänzungslieferung besteht aus weiteren 14 Sortenbeschreibungen von Äpfeln, Pfirsichen und Kirschen, denen weitere 14, wovon beigegeben sind, 2 davon nach weiteren Aquarellen von Anna Schalin sowie 12 farbige Fototafeln. Eine dieser Tafeln zeigt den Pfirsich »Naundorfer Kernecher«, der schon im 10. und letzten Band des Hauptwerks (1960) beschrieben aber nicht abgebildet worden war.

Erhaltung: Rücken von Mappe 9 teils mit Fehlstellen, dieselben mittels säurefreiem Klebeband konsolidiert. Die Mappen an den Ecken und Kanten stellenweise bestoßen und insgesamt mitunter berieben, teils mit leicht sichtbaren Lichträndern und kleinen Stockflecken; innen von sehr guter Erhaltung.

Literatur: Koronowski, Christa: Die freischaffende Malerin Anni Schalin. In: Mitteilungen aus der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft Berlin-Dahlem. H. 336 (1999), Ss. 57-62.