»Kreisā Fronte«, Avantgarde aus Lettland, im Umschlag von Ernests Kālis, 1929

KREISĀ FRONTE. [Linke Front]. Herausgegeben von Linards LĀICENS. Umschlag von Ernests Kālis. Heft 4 (Juni 1929). Rigā: 1929.

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KREISĀ FRONTE. [Linke Front]. Herausgegeben von Linards LĀICENS. Umschlag von Ernests Kālis. Heft 4 (Juni 1929). Mit 7 klischierten Textabbildungen nach Zeichnungen und Fotografien. Rigā: Latvju Kultura 1929.

Gr. 8°. (15,5:23,5 cm). 47 [1] Seiten. Originale Broschur mit hellgrün-schwarzem, illustriertem Umschlagtitel.

Heft Nr. 4 des 2. Jahrgangs dieser wirkungsmächtigen Zeitschrift der lettischen linksrevolutionären Avantgarde.

Inhalt, Illustration: Inspiriert vom sowjetischen »Novyj Lef« (1927-28) erschien »Kreisā Fronte« zwischen 1928 und 1930 in drei Jahrgängen von je 6 Nummern in insgesamt 17 Heften (Jg. 3, Nr. 5/6 als Doppelheft). Die Zeitschrift umfasst literarische, künstlerische, wissenschaftliche und politische Beiträge des linksrevolutionär orientierten Rigaer Kunst- und Literaturzirkels »Aktive Kunst«, der sich um den Autor, Herausgeber und Hauptredakteur Linards Lāicens, Experimentalliteraten wie Andrejs Kurcijs und Leons Paegle, sowie Künstlern wie Niklāvs Strunke, Sigismunds Vigbergs und den Gestalter der attraktiven, an der konstruktivistischen Ästhetik orientierten Umschlägen, Ernests Kālis, scharte.

Die Rigaer »Aktiven« unterhielten auch rege Beziehungen zu anderen europäischen Avantgarden und entwickelten gleichzeitig eine durchaus markante, originäre Bild- und Textsprache. Nachdem Herausgeber Lāicens schon 1928 wegen der „staatsfeindlichen“ Linie von »Kreisā Fronte« in Haft gewesen war, wurde die Zeitschrift schließlich Ende 1930 verboten, nur um kurze Zeit später im Periodikum »Tribīne« (sh. Pos. 28 und 29 dieser Liste) wiederaufzuleben.

Erhaltung: Exemplar stellenweise leicht fingerfleckig, hin und wieder leicht sichtbare Stockflecken, Hinterseite des Umschlags, mit Besitzerstempel, Papier gebräunt, insgesamt gut erhaltenes Heft.

Seltenheit: Obschon in 1.000 bis 1.400 Exemplar, ist »Kreisā Fronte« heute äußerst selten. Laut WorldCat und KVK sind außerhalb Lettlands weltweit nur 2 institutionelle Bestände nachweisbar (München (BSB), NYPL).

Literatur: Fraser, Publishing and Book Design in Latvia 1919-1940, 2014, p. 124ff. (mit 4 farb. Abb. auf S. 125 und 126).

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