Klimt in Paris, ein Prestigeprojekt der Austrofaschos, 1937

[Gustav Klimt u. a.]: Exposition d’art Autrichien. Mit 40 Tafeln. Paris: 1937.

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[Gustav Klimt, Egon Schiele, Wiener Werkstätte, u. a.]: Exposition d'art Autrichien. Musée du Jeu de paume des Tuileries. Mai-Juin 1937. Mit einem Vorwort von Alfred Stix. Mit 67 klischierten Fotografien von Kunstwerken und -gegenständen auf 40 Tafeln, u.a. Gemälde von Waldmüller, Klimt, Kokoschka und Schiele, sowie zahlreichen Arbeiten der Wiener Werkstätte. Paris: Les Éditions Braun & Cie, 1937.

Gr.-8°. 45 [3] Seiten; 40 [1] Tafeln. Klischee und Buchdruck auf festem Maschinenpapier bzw. Karton (Taf.), im meisterhaften Halblederband signiert „Almeida, Lisboa“ mit reich verziertem Rückengoldtitel auf Lederschildchen, Lederecken, marmorierten Decken und Vorsätzen und rotem Kopfschnitt.

Reich illustrierter, selten angebotener Katalog der Pariser Großausstellung 1937 von Kunst aus Österreich, eines kulturpolitischen Prestigeprojektes des Austrofaschismus.

Inhalt: Der Katalog führt 645, wovon 67 mittels klischierten Fotografien hochwertig abgebildete Exponate auf, die zwischen 30. April und Ende Juni 1937 im Pariser Jeu de Paume einen Überblick zur Kunst aus Österreich von der Gotik, über den Barock und den Biedermeier, bis in das 20. Jahrhundert präsentierten sollten: Die von Alfred Stix, dem damaligen Leiter des Wiener Kunsthistorischen Museums, hauptverantwortlich kuratierte Ausstellung stellte v.a. die Malerei des 19 Jh. in die Auslage (u.a. Gemälde von Waldmüller), insbesondere aber die Jahrhundertwende und das frühe 20. Jh., sowie Arbeiten der Wiener Werkstätte. Gustav Klimt ist in vorliegendem Katalog mit 11 Ölgemälden und 19 Zeichnungen aus den Sammlungen Bloch-Bauer (auch das Porträt von Adele Bloch-Bauer), Flöge, Gotthilf, Lederer und Wittgenstein vertreten, Egon Schiele mit 9 Ölgemälden und 14 Zeichnungen bzw. Aquarellen, u.a. aus den Sammlungen Böhler, Grünwald, Koller, Lederer, Nirenstein und Rieger, und Oskar Kokoschka mit immerhin 10 Gemälden und 3 Zeichnungen.

Die Wiener Werkstätte ist mit ganzen 70 Arbeiten nach Entwürfen u.a. von Josef Hoffmann, Koloman Moser und Dagobert Peche präsent. Ausgestellt wurden auch Glasprodukte der Firma Lobmeyer, gestaltet u.a. von Adolf Loos, Oskar Strnad und Vally Wieselthier. Den Abschluss bilden Skulpturen zeitgenössischer Künstler wie Fritz Wotruba.

Provenienz: Aus der Bibliothek des portugiesischen Juristen, Diplomaten und Politiker José Caeiro da Mata (1877-1963), mit dessen handschriftlichem Besitzereintrag auf dem Titelblatt, sowie illustriertem Ex Libris und Bibliotheksetikett auf dem Vorderspiegel. Im Jahr der Ausstellung 1937 war Caeiro da Mata mehrfach Leiter portugiesischer Delegationen des Völkerbundes in Genf. Zwischen 1941 und 1944 sollte er als portugiesischer Botschafter in Frankreich (Vichy) fungieren.

Erhaltung: Das elegante Marmorpapier an den Einbandecken und Kanten stellenweise berieben, die Rückenschildchen gering berieben, das Papier etwas gebräunt, sonst gut erhaltenes Exemplar dieses Rarums.