Kampf gegen Pest-, Gelbfieber- und Typhus-Epidemien im Habsburgerreich, 1805

Franz SCHRAUD: Vorschriften der inländischen Polizey gegen die Pest und das gelbe Fieber. Mit 2 Falttafeln. Wien: 1805.

Out of stock

Franz SCHRAUD: Vorschriften der inländischen Polizey gegen die Pest und das gelbe Fieber. Mit 2 gefalteten Tafeln beinhaltend Vorlagen mit Tabellen für Datenerhebungen. Wien: Camesina 1805. 8°. [1 Bl. (flieg. Vorsatz)], [nn. S. I-III], S. IV-VI, [2 nn. S. (Inhaltsverz.), [nn. S. 1], S. 2-103, [nn. S. 104]. Zeitgenössische Broschur in Fadenheftung mit Umschlag aus lackiertem Kleisterpapier.

Erste und einzige Ausgabe dieses verdienstvollen Handbuchs zur Seuchenbekämpfung von Franz Schraud (1761-1806), Arzt, Professor für Medizin an der Pester Universität, Fachschriftsteller und einer der bedeutendsten Epidemologen seiner Zeit. Als „dirigierender Pestarzt für die kaiserl. österreichischen Staaten und Protomedicus von Ungarn“ war Schraud auf höchste Anordnung bei der Eindämmung zahlreicher Seuchen federführend, wobei er stets selbst an die Seuchenherde reiste, um vor Ort „die entschiedensten und trefflichsten“ (Wurzbach) gesundheitspolizeilichen, medizinischen und präventiven Maßnahmen zu ergreifen. Nachdem er derart bereits Pestepidemien in Syrmien (1795-96) und der Bukowina (1797), den Skorbut im Banat (1803), sowie in Dalmatien, Istrien und im Veneto das Gelbfieber (1804) erfolgreich eingedämmt hatte, fiel Schraud jedoch selbst einer Seuche zum Opfer. Als 1806 im westlichen Ungarn und Teilen des heutigen Burgenlands der Typhus um sich griff „hatte er in Pesth, Stuhlweissenburg, Raab die entsprechenden Vorkehrungen getroffen und wollte eben von Eisenstadt nach Oedenburg sich begeben, um dort das Erforderliche anzuordnen, als ihn selbst in Eisenstadt die Krankheit befiel, der er auch, erst 45 Jahre alt, in kurzer Zeit erlag.“ (Wurzbach)

Umschlag stellenweise etwas berieben, vorderer fliegender Vorsatz recto mit altem, mittels Bleistift angebrachtem Besitzervermerk, sonst gut erhaltenes Exemplar dieses raren Dokuments, das laut KVK und ÖBV in nur drei institutionellen österreichischen Sammlungen (ÖNB (2x), UB Wien) vorhanden ist und gemäß JAP/APO seit 1950 erst zwei Mal bei Auktionen angeboten wurde.

Hirsch V, 134; Wurzbach, Bd. 31 (1876), S. 272ff.