Josef Hofbauers Anti-Kriegs-Roman erstmals auf Slowenisch, im Umschlag mit Fotomontage von Mitja Švigelj, 1935

HOFBAUER, Jozef: POHOD V ZMEDO. [Der Marsch ins Chaos.] Umschlag, Einband und typografische Gestaltung von Mitja Svigelj. Ljubljana: 1935.

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HOFBAUER, Jozef: POHOD V ZMEDO. Vojni roman. [Der Marsch ins Chaos. Österreichs Kriegsbuch von der italienischen Front.] Ins Slowenische von Matevž Selan. Umschlag aus dem Atelier "Mico". Umschlag, Einband und typografische Gestaltung von Mitja Švigelj. (Reihe "Evalit", 7) Ljubljana: Verlag "Priatelj" (Blasnik, Univerzitetna tiskarna) 1935.

8°, [2], num 3-208 S. Leinenband mit mit Einband- und Rückentitel sowie Verlagssignet in Silberprägung auf rotem Grund, im originalen Schutzumschlag, signiert mit "miko", derselbe mit türkisem Umschlagtitel und Photomontage in Rottönen.

Erste slowenische Ausgabe dieses zuerst 1930 erschienenen Anti-Kriegs-Roman des Schriftstellers und sozialistischen Aktivisten Josef Hofbauer (1896-1948).

Autor, Inhalt, Edition: Hofbauer entfaltete seine politische Aktivität v.a. in der CSR, wo er im Vorstand der DSAP saß und u.a. auch die Arbeiter-Abstinenzbewegung mitbegründete. 1938 musste er vor den Nazis nach Schweden flüchten. "Der Marsch ins Chaos" ist Hofbauers "bedeutendste erzählerische Leistung", mit der er "den zeitgenössischen Tendenzen zur Mystifizierung des Fronterlebnisses (...) entgegentrat. (Killy) Ähnlich wie der zeitlgleich in Belgrad aktive »Nolit«-Verlag pflegte der Laibacher Verleger und Drucker Emil Podkrajšek in diesen Jahren ein dezidiert antifaschistisches Verlagsprogramm, und verlegte schwerpunktmäßig Autoren deutscher Sprache, deren Bücher im nationalsozialistischen Deutschlang verboten und teils auch der Verbrennung anheim gefallen waren, z.B. jene von Leonhard Frank, Klabund oder Heinrich Mann.

Umschlag, Einband, Typografie: Die markante und kompositorisch gelungene Umschlagilllustration nach einer klischierten Fotomontage nimmt durch die Abbildung von Wiener Bauwerken (Parlament, Stephansdom) Bezug zu einem der Handlungsorte des Romans und Hofbauers Geburtsort. Sie stammt vom Architekten, Designer und Fotografen Mitja Švigelj, und ist im Druck auch mit seiner Firma, dem grafischen Atelier „Mico“ (hier: „miko“) signiert. Inspiriert von den internationalen und auch jugoslawischen modernistischen Tendenzen im Buchdesign der 1920er- und frühen 1930er-Jahre (z. B. der »Zenitisten« und Surrealisten in Belgrad, und wohl v.a. der Ljubljaner »Tank«-Gruppe) entwickelte Švigelj mit seinen Umschlag- und Einbandgestaltungen für die „Evalit“-Reihe bzw. für den gleichnamigen Verlag seinen unverwechselbaren Stil, der einen "meisterhaften Sinn für Komposition ... von menschlichen Gesichtern und Körpern mit Bildern von Krieg, Landschaft und Städten" erkennen läßt.

Erhaltung: Titel mittels Schreibmaschine auf Umschlagrücken, Umschlag mit einigen kleinen Fehlstellen an den Ecken und Kapitale, Titelblatt mit privatem Besitzerstempel, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar.

Seltenheit: Über WorldCat und KVK ist das Buch außerhalb Sloweniens weltweit nur in einem Exemplar nachzuweisen (Frankfurt a.M., DNB).

Literatur: Ernst Fischer: Hofbauer, Josef. In: Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Autoren und Werke des deutschsprachigen Kulturraumes. 2., vollst. überarb. Aufl. de Gruyter, Berlin 2009, Bd. 5, S. 510 f.; (URL: http://antikvarninovicar.blogspot.com/2017/10/v-behaviorurldefaultvmlo.html, 7.2.20, zu Švigelj und dem Grafikatelier Mico)

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