Bulgarische Liebesprosa, modernistisch illustriert von Ivan Milev, 1924

Ivan MILEV (Illustr.); AURA: ЦВЕТЯ ЗА НЕГО (Tsvetya za nego). [Blumen für ihn.] Umschlag sowie 12 Initialen von Ivan Milev. Sofia: 1924.

 

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Ivan MILEV (Illustr.); AURA (d.i. Asen Khristov ZLATAROV): ЦВЕТЯ ЗА НЕГО (Tsvetya za nego). [Blumen für ihn.] 3. Auflage. Umschlagillustration sowie 12 großflächig mit Illustrationen verzierte Initialen nach Tuschzeichnungen von Ivan Milev sowie ganzseitige Illustration nach Zeichnung von Stoyan Rainov. Sofia: Akaciya (Druckerei des Kriegsfürsorgefonds der Bulgarischen Armee) 1924.

12° (10,8:14,6 cm). 87 [1, Inhaltsverz.] Seiten. Klischee, zweifarbiger, schwarzer und roter Buchdruck auf Maschinenpapier, im originalen Verlagsumschlag mit grün illustriertem Umschlagtitel und roten Initialen.

Erste und einzige illustrierte Ausgabe dieser beliebten (bis 1927 in 4 Auflagen erschienenen) Sammlung mit aphoristischer Liebesprosa des Biochemikers, Sozialaktivisten und Autors Asen Zlatarov (1885-1936), mit markantem Umschlag und 12 großflächig illustrierten Kapitel-Initialen nach Tuschzeichnungen von Ivan Milev, dem bedeutendsten Künstler der bulgarischen Moderne.

Inhalt: »Blumen für ihn« ist in zwölf mit Blumen betitelte Kapitel gegliedert und der erste, aus (vermeintlich) weiblicher Perspektive erzählte Teil einer Dilogie des Autors über die Liebe zwischen Mann und Frau. Ein Jahr später sollte der mit »Ein Lied über sie« betitelte zweite Teil folgen, der die männliche Perspektive einnimmt.

Illustration: Die ins volkstümliche Kopftuch gehüllten, geneigten Frauenköpfe im Profil und im ornamentalen Rahmen sind ein für Ivan Milev typisches Motiv, welches er auf unverwechselbare Art und Weise zwischen Expressionismus, naiver Malerei, Art Déco und Konstruktion ansiedelt. Eine solche Frauenfigur steht z.B. im Zentrum seiner Umschlagillustration für den »Almanach der bulgarischen Frau« (1924), lässt sich aber auch in vielen seiner Werke finden, z.B. in einer mit Tempera und Tusche ausgeführten Arbeit aus dem Jahr 1923, die sich „September“ betitelt; oder in der Tuschzeichnung „Die heilige Mutter“, abgedruckt in der »Zeitschrift für die Frau« (Nr. 264, 1926).

Erhaltung: Umschlag stellenweise berieben, gebräunt und leicht fleckig, Titelblatt mit Besitzervermerk, einige Lagen lose, Titelblatt mit Besitzervermerk, sonst sauberes Exemplar dieser fragilen Broschur.

Seltenheit: OCLC/WorldCat weist weltweit lediglich ein Exemplar des Bändchens außerhalb Bulgariens aus (Chicago UL).

Literatur: Otto Harrassowitz, Kleine slavische Biographie (1958), S. 436 zit. WBIS/SOBA (kennt nur die 4. Aufl.); als Motiv in Gemälden, nicht aber für den vorliegenden Umschlag, in den Monografien zu Milev (1940, 1958) bzw. den Katalogen zu Einzelausstellungen seiner Werke (1957, 1969, 1997); Jacono 18 (»Almanah«).