“Ich war ein Weib und kämpfte wie ein Mann!” – Betty Paoli, 1841

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Betty PAOLI: GEDICHTE. Pesth: Gustav Heckenast 1841.

Betty PAOLI (d.i. Babette o. Barbara Elisabeth Glück): GEDICHTE. Pesth: Gustav Heckenast 1841.

11:19 cm [9 Bg. 8° u. 7 Bg. 4°]. [12 nn. Ss. (Vortit., Tit., gedr. Widm., Errate, Inhalt, Kapitelbl.)], Ss. [1] 2-188. Buchdruck auf dünnem Maschinenpapier, fadengeheftet in der originalen Verlagsbroschur aus dünnen, hellgelbem Papier mit rahmenverziertem Umschlag- und Rückentitel sowie Verlagsanzeigen verso in schwarz.

Erstausgabe des Erstlingswerks von Betty Paoli, Autorin, Wiener Gesellschaftsdame und bedeutende Figur der frühen Frauenbewegung in Österreich, hier im originalen Papierumschlag ihres Pester Verlegers Gustav Heckenast.

Autorin, Inhalt: Babette (oder Barbara) Elisabeth Glück (1814-1894) war als Lyrikerin, Erzählerin und Übersetzerin (u.a. Puschkin und Turgenjew) tätig, schrieb u.a. für den »Wiener Lloyd«, die »Wiener Zeitschrift« und die »Neue Freie Preise« Theaterkritiken und fungierte zudem als Erzieherin und Gesellschafterin in hochadeligen Kreisen. Diesen ihren Erstling widmete Paoli im Druck Nikolaus Lenau, mit dem sie – ebenso wie mit Franz Grillparzer und Adalbert Stifter – im Wiener Salon des Philanthropen, Politikers und ersten Präsidenten der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde Josef Wertheimer verkehrt hatte.

Paoli gilt heute als frühe Verfechterin der Frauenemanzipation in Österreich, zu ihren Lebzeiten ein wohl zermürbendes Bestreben, wie ein Ausruf Ihres lyrischen Ichs im Gedicht »Kein Gedicht« (S. 64) nahelegt: „Mein Unglück läßt sich in zwei Worte fassen: / Ich war ein Weib und kämpfte wie ein Mann!“

Erhaltung: Der fragile Papierumschlag stellenweise mit Fehlstellen und Randeinrissen, an den Ecken aufgewellt und daselbst mit säurefreiem Klebeband sachkundig stabilisiert, Beschnitt angestaubt, erste und letzte Seiten stellenweise stockfleckig.

Seltenheit: Im Handel von großer Seltenheit, mit dem hier vorhandenen originalen Verlagsumschlag wohl kaum zu finden. Gemäß JAP/APO wurde in den letzten rund 30 Jahren nur ein einziges Exemplar von Paolis Erstling versteigert, dieses allerdings ohne den Originalumschlag (Kiefer 1997).

Literatur: Wilpert/Gühring2, 1; Giebisch/Gugitz, S. 113; Holzmann-Bohatta, Pseud., 208; Eymer (nennt Grund als bürgerlichen Namen).

Additional information

Weight 1 kg