Heines »Buch der Lieder«, 1823, unbeschnittenes Vorzugsexemplar

Heinrich HEINE: BUCH DER LIEDER. Hamburg: 1823.

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Heinrich HEINE: BUCH DER LIEDER. Hamburg: Hoffmann und Campe (Druck und Papier der Campeschen Offizin, Nürnberg) 1823.

8° (18:12cm). [Nicht num. Seiten 1-5 (Titelbl. (mit Holzschn.-Titelvign. (Lyra), Zwischentit. (»Junge Leiden. 1817-1821)«), Text (»Traumbilder. I...«)], Seiten 6-103, [nicht num. Seiten 104-109 (leer, Zwischentit. (»Lyrisches Intermezzo. 1822-1823«), Widmungsbl. f. Salomon Heine, Text (»Prolog...«)], Seiten 110-171, [nicht num. Seiten 172-177 (leer, Zwischentit. (»Die Heimkehr. 1823-1824«), Widmungsbl. f. Friederike Varnhagen von Ense, Text (»I...«)], Seiten 178-283, [nicht num. Seiten 284-287 (leer, Zwischentit. (»Aus der Harzreise. 1824«), Text (»Prolog...«)], Seiten 288-304, [nicht num. Seiten 305-309 (leer, Zwischentit. (»Die Nordsee. 1825-1826«), Widmungsbl. f. Friedrich Merkel (sic!), Text (»Erster Cyklus. I. Krönung...«)], Seiten 310-372.

Erste Ausgabe von Heinrich Heines berühmtesten Gedichtband, gleichzeitig eines der bedeutendsten Werke der deutschen Literatur im 19. Jh., mit zwischen 1817 und 1826 entstandener Lyrik voll „Liebe, »Zerissenheit« und der Nordsee“ (Killy), hier als unbeschnittenes Exemplar der Vorzugs-Charge auf Vélin.

Das Exemplar trägt alle Merkmale der Erstausgabe, d.h. einige in den Folgeauflagen von der vormärzlichen Zensur als „obszön“ eingestufte und gestrichene Textstellen (z.B. „Auf deinen schweeweißen Busen...“, aus dem Zyklus: »Die Heimkehr«, LXXIII, S. 246), und die drei in allen späteren Auflagen entfallenen, nach den Zwischentiteln eingebundenen Widmungsblätter, und zwar an Heines Onkel Salomon, Rahel Varnhagen, in deren Berliner Salon Heine verkehrte, und an den Freund Friedrich Merckel.

Bei vorliegendem handelt es sich um ein unbeschnittenes Exemplar der sehr seltenen Vorzugs-Charge auf kräftigem Vélin aus der Nürnberger Papierwerkstatt und Druckerei von Friedrich Campe. Dessen Bruder Julius, Heines Hamburger Verleger, ließ darüber hinaus auch eine Normalausgabe auf holzhaltigem (und heute deshalb of stockfleckigem) Druckpapier herstellen, welche in einer hellen Broschur mit lithografiertem, floral verziertem Umschlag- und Rückentitel ausgeliefert wurde (vgl. Hesse 1 (2010), Los 77). Für die hier vorhandene bessere Ausgabe auf Vélin ist keine Verlagsbindung bekannt. Die wenigen nachweisbaren Exemplare sind deshalb privat gebunden und wurden dafür von den Buchbindern bis zu 2 cm beschnitten. Vorliegendes Exemplar hingegen wurde lediglich in Lagen gefalzt und in der 2. Hälfte des 19. Jh. mittels Faden in eine braune Interimskartonage mit unbeschriebenem weißem Rückenschild gebunden, blieb sonst aber unberührt.

Erhaltung: Wie häufig fehlen das Vortitelblatt, ein dem Titelblatt folgendes, zweites Widmungsblatt an Merckel (diesmal der Name richtig), sowie ein Blatt »Literarische Anzeige« des Campe-Verlags, die aber allesamt nur wenigen Exemplaren beigebunden worden waren (und nur bei Borst Erwähnung finden). Einzelne Blätter gering stockfleckig, sonst sehr gut erhalten.

Seltenheit: Obschon die Auflage auf Vélin-Papier mit 800 (vor den 1.200 Exemplaren auf Druckpapier) angegeben wird, sind nur wenige solche Exemplare bekannt geworden; noch seltener sind unbeschnittene. Gemäß JBP, JAP und APO wurden seit 1906 lediglich zwei dieser Vorzüge versteigert (Hesse 1 (2016), Hauswedell & Nolte 295 (1992).

Literatur: Sammlung Borst 1526; Goedeke VIII, 555, 26; Houben I, Verbotene Literatur, S. 392f.; Killy, Bd. 5 (1988-92) zit. WBIS/DBA; Meyer S. 20f.; Wilhelm/Galley 336; Wilpert-Gühring2, 4.

DIESES BUCH WIRD IM HAUPTKATALOG ZUR LEIPZIGER ANTIQUARIATSMESSE ANGEBOTEN UND IST DESHALB BIS ZUM MESSEBEGINN AM 20. MÄRZ 2019 RESERVIERT.

Additional information

Weight 1 kg