Handschriftlicher Theaterzettel zur Uraufführung von Simon Sechters Oper »Ali-Hitsch-Hatsch«, 1842

[Simon SECHTER]: Heute den 15. Mai 1842 / (…) / Zum ersten Male: / Ali-Hitsch-Hatsch / (…). Handschriftlich mit schwarzer Tusche kalligrafierter Theaterzettel zur privaten Uraufführung. O. O. [Wien]: 15. Mai 1842.

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[Simon SECHTER: Heute den 15. Mai 1842 / (…) / Zum ersten Male: / Ali-Hitsch-Hatsch / oder: / Wiener-Türken und Türken-Wiener / (…). Handschriftlich mit schwarzer Tusche kalligrafierter Theaterzettel zur privaten Uraufführung. O. O. [Wien]: 15. Mai 1842. 4° (32,8:23,7 cm). Einseitig beschriebenes Blatt.

Hübsch kalligrafierter Pseudo-Theaterzettel für die (private) Uraufführung der Oper »Ali-Hitsch-Hatsch«, komponiert vom bedeutenden Organisten, Musikpädagogen und Professor am Konservatorium der Ges. d. Wiener Musikfreunde Simon Sechter (1788-1867). Das Libretto stammt von Franz Hölzl (der hier als „Verfasser der Contraria“ bezeichnet wird). Mitgewirkt haben laut vorliegendem Zettel bei dieser Aufführung im geschlossenen Kreis, die „bloß als Gelegenheits-Spaß für Haustheater entstanden“ war (Kritik der ersten öffentlichen Aufführung im »Humorist«, 14.11.1844, S. 2) auch Sechters Schwester Karolina Maria (geb., 1823), des weiteren Sechters Sohn Eduard Engelbert (geb. 1829) als „Mohrenknabe Kalaf“, sowie schließlich auch der Librettist Franz Hölzl, der als „Erster Verschnittener“ aufgeführt wird. Die erste öffentliche Aufführung des »Ali-Hitsch-Hatsch« fand dann erst 2 ½ Jahre später, am 12. November 1844, im Theater in der Josefstadt statt. Das Ereignis erregte in der musikalischen und Theateröffentlichkeit großes Aufsehen, war es doch das erste Mal, dass der vielgeachtete Theoretiker, Kontrapunktiker und Lehrer (u.a. von Schubert und Bruckner) Sechter mit einer Komposition an die Öffentlichkeit trat, die dem Genre der »leichten« Muse zuzuordnen war. Um den gehobenen Ansprüchen des Josefstädter Publikums zu genügen wurde das in vorliegender Handschrift als „Posse mit Gesang“ ausgewiesene Stück nun als „burleske Oper“ bezeichnet.

„Für einen geschlossenen Familienkreis bearbeitete er [Sechter] auch eine Anzahl deutscher Volkslieder contrapunctisch, denen dann bald komische Situationen, Operetten, folgten, die meist auf einen Scherz ausliefen. Eine derselben fand ohne Sechter’s Zuthun ihren Weg in die Oeffentlichkeit und machte seinerzeit viel reden. Es ist die am 12. November 1844 im Theater in der Josephstadt zum ersten Male gegebene Oper: „Ali Hitsch Hatsch“. Die Oper gefiel sehr und S. wurde am Schlusse stürmisch gerufen. Von der ersten Gallerie, wo er unter den Zuschauern sich befand, verneigte er sich gegen das klatschende Publicum.“ (Wurzbach)

Blatt mit Spuren von zweimaligem Falten, eine der Ecken mit kleiner Fehlstelle, einige Randeinrisse und minimale Stock- und Schmutzflecken, sonst gut erhaltenes, genauso kurioses wie bedeutendes Dokument der Wiener Musikgeschichte.

Wurzbach, Bd. 33 (1877), S. 250-261, zit. S. 253; Christian Fastl, Art. „Sechter, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: 23.10.2017.

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