Haidingers »Gebirgsarten«, die vermutlich erste Klassifizierung von Gesteinen, 1787

Karl Haidinger: Systematische Eintheilung der Gebirgsarten. Wien: 1787.

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Karl Haidinger: Systematische Eintheilung der Gebirgsarten. Mit Titel- und Schlussvignette im Holzschnitt. Wien: Gedruckt und verlegt bei Christian Fridrich Wappler 1787.

4°. [1, (Titelbl.)], 82 Seiten. Holzschnitt und Buchdruck, mit drei Fäden gebunden in zeitgenössischer Interimsbroschur.

Erste Buchausgabe von Carl Haidingers »Systematischer Eintheilung der Gebirgsarten«, der vermutlich ersten Klassifizierung von Gesteinsarten überhaupt.

Inhalt: Erstausgabe in Buchform dieser bedeutenden geologischen Abhandlung des Wiener Mineralogen und Montanwissenschafters Karl Maria Haidinger (1756-96), erschienen im Wiener Verlag von Christian Friedrich Wappler, einem Logenbruder des Autors. Haidingers Abhandlung entstand aus Anlass einer von der Russischen Akademie der Wissenschaften ausgesetzten Preisfrage für das Jahr 1785, und zwar nach der „ ... genauen und natürlichen Klassifikation der Gebirgsarten ... nach ihrem ungleichen Ursprung und Alter, wie sie diese oder jene Wirkung der Natur, bey verschiedenen Veränderungen unserer Erde, früher oder später hervorgebracht sind, eingetheilt werden mögen“ (Vorwort). Tatsächlich wurde dem Wiener Forscher der Preis Ende Jahr 1785 auch zuerkannt, wie auf dem Titelblatt der vorliegenden Ausgabe vermerkt wird.

Der Erstdruck der epochalen Studie war ein Jahr zuvor in der vom Mineralogen Ignaz Born herausgegebenen Schriftenreihe »Physikalische Arbeiten der einträchtigen Freunde in Wien«, 2. Jg, 2. Qu., Ss. 23–104, erschienen. Born war Leiter des kaiserlichen Naturalienkabinetts in Wien (dem Vorläufer des Wiener Naturhistorischen Museums), wo Haidinger seit 1780 als »Direktions-Adjunkt« beschäftigt war und sich vor allem mit der Ordnung der kaiserlichen Mineraliensammlung einen Namen gemacht hatte (»Eintheilung der kaiserl. königl. Naturaliensammlung zu Wien«, 1782).

Erhaltung: Umschlag fachkundig restauriert, an Rücken, Gelenken und Rändern mit Gebrauchs- und Restaurationsspuren, einige Blätter mit kleinen Ausrissen an den Rändern, die letzten 4 Blätter mit stärkeren Gebrauchsspuren am oberen Rand, Titelblatt mit Besitzereintrag datiert „1790“; Titelblatt verso mit späterem Eintrag einer Ziffernfolge.

Seltenheit: Selten im Handel und in Institutionen. Gemäß OBSVG sind in den angeschlossenen Bibliotheken Österreichs nur zwei weitere Exemplare des Titels nachweisbar (Wien [NB, TU]). Laut JAP/APO und RBH wurden in den letzten rund 30 Jahren zudem lediglich zwei Exemplare versteigert (2009, 1992).

Literatur: Helmut W. Klügel: „Klassifikationen“ der „Gebirgsarten“ von 1787. In: Jahrbuch der Geologischen Bundesanstalt (Wien), Band 143 (2003), Heft 4, S. 535–541.