Gesandte des Königs von Siam beim Papst, im Bild, 1689

PABST INNOCENTII XI. AUDIENTZ / SO DEM P. TACHARD, JESUITEN, UND ANDERN GESANDTEN DES KÖNIGS VON SIAM DEN 23. DECEMBR. 1688. VERSTATTET WORDEN. Mit einer mehrfach gefalteten Kupfertafel. Prag: 1689.

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SR. HEILIGK. PABST INNOCENTII XI. AUDIENTZ / SO DEM P. TACHARD, JESUITEN, UND ANDERN GESANDTEN DES KÖNIGS VON SIAM DEN 23. DECEMBR. 1688. VERSTATTET WORDEN. / Nebst Erzehlung / was bey deren Einholung in Rom fürgegangen / Wobey die wahre Abbildung der Audientz in Kupfer gestochen. Aus dem Römischen Exemplar ins Hochteutsche übersetzet. Mit einer mehrfach gefalteten Kupfertafel, gestochen von J. C. Böcklin. Prag: 1689.

4°. 16 Seiten; 1 Kupfertafel. Neue private Broschur.

Erste und einzige, außerordentlich seltene deutsche Ausgabe dieser Gelegenheitsschrift, die anlässlich einer von Papst Innozenz XI. am 23. Dezember 1688 auf Vermittlung des Jesuiten Guy Tachard drei Gesandten des siamesischen (thailändischen) Königs Phetracha (Somdet Phra Phetracha สมเด็จพระเพทราชา, 1688–1703) gewährten Audienz erschien. Tachard hatte sich 1685 und 1687 auf Mission in Siam befunden und war bei letzterem Aufenthalt von König Phetracha, der erst kurz davor durch Sturz und Ermordung seines Vorgängers Narai an die Macht gekommen war, zum „Außerordentlichen Botschafter des Königs von Siam“ ernannt worden.

Der Text beinhaltet neben einer kurzen Skizzierung von Thailand und seines Königshofs eine Chronologie des Aufenthalts der siamesischen Gesandten in Rom, die Beschreibung der mitgebrachten Geschenke und den Wortlaut eines Schreibens von König Phetracha, das Tachard dem Papst während der Audienz in portugiesischer bzw. italienischer Übersetzung vorlas. Das anonym verfasste italienische Original des vorliegenden Berichts war noch 1688 in Rom erschienen.

Die Tafel zeigt Tachard, vor dem Pabst kniend und umgeben von Kardinälen, beim Verlesen des Schreibens. Dahinter sind die drei Gesandten („Mandarine“) des Königs von Siam beim Ausführen Ihrer Reverenzen und Verbeugungen gemäß siamesischer Hofetikette zu sehen, welche zu dulden der römische Papsthof als Beweis für seine fortschrittliche religiöse Toleranz verstand.

Exemplar aus einem Sammelband herausgetrennt und mit Papierumschlag geschützt, durchgehend wasserfleckig, Titelblatt am Seitenschnitt mit hinterlegter Schadstelle, sonst solide, mit satt und kontrastreich gestochenem Kupfer.

Ein äußerst selten im Handel angebotenes Dokument, Jahrbuch der Bücherpreise (1906-38), Jahrbuch der Auktionspreise (1950ff.) und Auktionspreise online (ca. 1988ff.) weisen lediglich ein einziges zur Auktion gebrachtes Exemplar aus (Kiefer, 2007). VD17 nennt 6 Exemplare in deutschen Bibliotheken aus, davon 2 ohne die attraktive und aussagekräftige Kupfertafel.

Cordier, Biblioteca Indosinica I, Sp. 954.

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