Gerlachs »Allegorien«, u.a. von Klimt, monumentales Vorlagenwerk, 1882

Gustav KLIMT et al., Beitr.; Martin GERLACH, Hg.: ALLEGORIEN UND EMBLEME. Originalentwürfe. Abt. Allegorien (= 1 Abt. v. 3). 176 Tafeln. Wien: 1882.

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Gustav KLIMT et al., Beitr.; Martin GERLACH, Hg.: ALLEGORIEN UND EMBLEME. Originalentwürfe von den hervorragendsten modernen Künstlern, sowie Nachbildungen alter Zunftzeichen und moderne Entwürfe von Zunftwappen im Charakter der Renaissance. Erläuternder Text von Albert Ilg. Abtheilung Allegorien (= Abt. 1 v. 2). 176 (num. 1-151 mit 25 Unternrn.) Tafeln mit verschiedenen Edeldrucken oder Holzstichen [darunter 8 nach Werken von Gustav Klimt]. Wien: Gerlach & Schenk, Verlag für Kunst und Gewerbe (Angerer & Göschl, Wien; Xylographische Anstalt Theodor Knesing, Mchn; Georg Meisenbach & Co., Mchn. et al.) 1882.

2° (39:31 cm). [1 Bl. (Tit. Abt. 1)], [1 Bl. (Vorw. Abt. 1)], [1 Bl. (Taf.verz.)], [1 Bl. (alfabet. Sachreg.)], [1 Bl. (Werktit.)], S. 1-32, [176] Taf. [num. 1-151 + 10a, 10b, 37a, 48a, 55a, 56a, 58a, 64a, 66ab, 69a, 71ab, 75a, 77a, 79a, 86a, 92a, 108a, 118a, 119abc, 120a, 135a]. Originale gelbe Leinenmappe des Verlags mit illustrativem, schwarz-rot geprägtem Deckeltitel nach einer Zeichnung von Franz Stuck, sowie drei roten Schließbändern.

Monumentales Vorlagenwerk für das zeitgenössische Kunstgewerbe, hier die mit 176 großformatigen Bildtafeln (nummeriert 1-151, zusätzl. 25 Unternummern) vollständige erste von zwei eigenständig erschienenen Bänden (= Abteilungen), Bildallegorien betreffend, u.a. mit 8 Werken von Gustav Klimt. Die 2. Abteilung erschien apart 1883-84 und umfasste 164 Tafeln.

Die sauber und kontrastreich von führenden Kunstreprographen der Zeit wie Carl Angerer & Alexander Göschl (Wien), oder Theodor Knesing und Georg Meisenbach (beide Mchn.) mittels verschiedener Edeldruckverfahren (Autotypie, Heliogravüre (sehr frühe Anwendungen dieser Drucktechnik!), Lichtdruck, Lithografie, Phototypie und häufig Zinkografie) bzw. Holzstich vervielfältigten Aquarelle, Sgraffiti, Ölgemälde, Reliefs und v.a. Zeichnungen mit Feder (in Sepia, Tusche), Kreide, Kohle oder Farbstift stammen von zahlreichen bedeutenden zeitgenössischen Künstlern, etwa von Gustav Klimt, von dem die folgenden 8 Werke wiedergegeben sind: die getuschten Federzeichnungen »Die Jugend« (Taf. 8) und »Die Tageszeiten« (26), die Stiftzeichnung »Die Reiche der Natur« (39), das Ölgemälde »Astronomie - Geographie« (54), die Federzeichnung »Oper« (64a), die Kreidezeichnung »Das Mährchen« (74), sowie die Ölbilder »Idylle« (75) und »Fabel« (75a). Gemein ist den Werken aller beteiligten Künstler der Versuch, klassische Allegorien mit dekorativen Bildelementen im historistischen Stil zu erweitern.

Die vorangestellten Erläuterungen des Kunsthistorikers Albert Ilg beinhalten neben einer kritischen Würdigung der aufgenommenen Werke auch die detaillierte Angabe von verwendeten künstlerischen Techniken und Vervielfältigungsverfahren. Besonders die Arbeiten Klimts bespricht Ilg in einiger Breite.

Die Wiener Verleger Martin Gerlach und Ferdinand Schenk hatten wohl einen internationalen Absatzmarkt im Sinn, sind die Tafeln doch auf dt. engl. und franz. bezeichnet.

Mappe stellenweise leicht fleckig, einige Blätter finger- bzw. etwas stärker stockfleckig und mit Wasserrand, insgesamt solide erhalten. Exemplar aus dem Archiv der bedeutenden Wiener Möbelfabrik Carl Bamberger (Lieferant u.a. der Wiener Werkstätte); einzelne Blätter mit den Inventarstempeln dieser Fa. versehen.

Schneider-Henn, Vorlagenwerke 105.

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Weight 10 kg