Früher serbischer Reisebericht über Sowjetrussland, im Stil des Proletkult, 1928

Dragiša VASIĆ: UTISČI IZ RUSIJE. [Eindrücke aus Russland]. Umschlagillustr. m. klisch. Tuschzeichnung vermutlich von S.[reten] S.[tojanović]. Beograd: 1928.

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Dragiša VASIĆ: UTISČI IZ RUSIJE. [Eindrücke aus Russland]. Umschlagillustration mit klischierter Tuschzeichnung vermutlich von S.[reten] S.[tojanović]. (= Biblioteka „Život i Rad“ [Leben und Arbeit], 1). Beograd: Štamparija »Mlada Srbija« [Druckerei »Junges Serbien«] 1928.

8°. 105 [3] Seiten. Klischee- und Buchdruck, in originaler Broschur mit schwarzer Umschlagillustration und kalligrafischem Titel auf beigem Grund.

Erstausgabe dieses Erlebnisberichts des serbischen Romanciers und Essayisten Dragiša Vasić (1885-1945), verfasst nach den Eindrücken eines Aufenthalts in der Sowjetunion im Jahr 1927 anlässlich des 10. Jahrestages der Oktoberrevolution.

Wie überall im Europa der Zwischenkriegszeit war das junge Sowjetrussland auch in Jugoslawien ein Sehnsuchtsort der linken Intelligenzia und beliebtes Ziel von Studienreisen. Namhafte Protagonisten aus den Belgrader und Zagreber literarischen und künstlerischen Modernistenkreisen reisten nach Russland und publizierten ihre meist wohlwollenden Impressionen, z.B. Stanislav Vinaver (1924), Miroslav Krleža (»Exkursion nach Russland«, 1926) und eben, wie hier vorliegend, auch weniger namhafte, wie der brotberuflich als Anwalt tätige Dragiša Vasić, der Russland gemeinsam mit dem bedeutenden Bildhauer Sreten Stojanović bereist hatte. Der Text erschien als programmatischer 1. Band der Buchreihe der Belgrader linksprogressiven Wochenzeitschrift »Život i Rad« (»Leben und Arbeit«, einige Nrn. i. d. Slg. H. & H. R.)

Vorliegende Reisebericht gefällt darüber hinaus vor allem durch die wuchtige Umschlagillustration unter Verwendung einer Tuschzeichnung eines mit dem Monogramm „S. S“ zeichnenden Künstlers, die ganz in der Ästhetik des Proletkult haftet: Fabrik und Acker, muskulöser Mann und Frau mit Bubikopf als neuer Adam und neue Eva, Hammer und Sichel. Monogramm und Stil lassen den Schluss zu, dass niemand geringerer als Vasićs Reisebegleiter Sreten Stojanović selbst die Umschlagzeichnung schuf.

Umschlag an den Kapitale und Ecken mit Japanpapier fachkundig restauriert, Papier gebräunt, einige Seiten etwas aufgewellt, sonst gut erhaltenes Exemplar der fragilen Broschur, mit noch nicht beschnittenem Buchblock.

OCLC/WorldCat, KVK, Google Search und viaLibri Libraries weisen in institutionellen Beständen außerhalb des ehemaligen Jugoslawiens weltweit lediglich 3 Exemplare des Titels aus (BSB, Slovanská knihovna, Prag (2 Ex.)

Jugoslovenski Književni Leksikon 1971, Seite 556 (Vasić).

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