Erstes Jahrbuch über Österreichs olympischen Sport, 1913

ÖSTERREICHS SPORT 1913. Offizielles Jahrbuch des österreichischen Zentralverbandes für gemeinsame Sportinterressen (Olymp. Komitee für Österreich). Wien: 1913.

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Carl A. WELS; Maximilian REICH, Hg.: ÖSTERREICHS SPORT 1913. Offizielles Jahrbuch des österreichischen Zentralverbandes für gemeinsame Sportinterressen (Olymp. Komitee für Österreich). Wien: Selbstverlag (Buchdruckerei „Industrie“) 1913.

8°. 256 Seiten. Originaler dunkelroter Kaliko mit weißem Deckeltitel, derselbe eingerahmt und akzentuiert mit Deckelornamentik im Jugendstil.

Erstes und einziges Jahrbuch dieser Art, eine veritable, ausführliche und reich illustrierte Gesamtschau über das Sportwesen im österreichischen Teil der Habsburgermonarchie aus Anlass der Olympischen Spiele 1912 in Stockholm. Herausgegeben wurde das Werk von Carl Wels, Vorstandsmitglied des Tennisverbands und damaliger Vizepräsident des 1911 von ihm selbst initiierten „Österreichischen Zentralverbandes für gemeinsame Sportinteressen“, der ersten dauerhaften Körperschaft zur Vertretung österreichisches Sportinteressen und Vorläuferorganisation des heutigen »Österreichischen Olympischen Comités«. Die Redaktion hatte der ehemalige Fussballer (u.a. des SK Rapid) und prominente Sportjournalist Maximilian Reich über, der 1938 aufgrund seiner jüdischen Herkunft in den KZ Dachau und Buchenwald inhaftiert werden sollte und als erster Österreicher einen schriftlichen Bericht über seine KZ-Haft verfasste.

Im Jahrbuch enthalten sind (in dieser Reihenfolge) bebilderte Kapitel über Fechten, Fussball, Lawn-Tennis, Leichtathletik, Radfahren, Rudern, Schiessen, Schwerathletik, Schwimmen, Skisport, Schlittensport, Eislauf, Eishockey, Hockey und ein Anhang über Alpinistik, Pferdesport, Automobilismus und Aviatik. Der Beitrag über Fussball umfasst 20 Seiten und enthält neben einem ausführlichen statistischen Teil den von Ignaz Abeles (damaliger Präsident des NÖFV) verfassten, aufschlussreichen Aufsatz „Warum haben wir in Wien nicht mehr Publikum bei Fussball-Wettspielen“ (mit der bis heute, wie es scheint, unumgänglichen und unverwüstlichen Begründung „zahlreicher Ausschreitungen“). Enthalten sind Fotos des damaligen Rekordinternationalen Johann Studnicka beim Torschuss und einer Torszene bei einem Spiel des SK Rapid auf der „Pfarrwiese“. Auf den Vorsatzseiten und im Innenteil des Buchs finden sich zahlreiche, teils illustrierte Annoncen von Unternehmen der Sportbranche.

Einbandrücken mit geringen Feuchtigkeitsflecken, Papier minimal gebräunt, einige Seiten am unteren Rand leicht gewellt, sonst außergewöhnlich gut erhaltenes Exemplar dieser grundlegenden und äußerst seltenen Publikationen. Über KVK, ÖBV und Google sind weltweit lediglich 3 Exemplare in institutionellen Beständen nachweisbar (UB Wien, UB Frankfurt/Main, Sporthochschule Köln).

Rosenberg/Spitaler: Grün-Weiß unterm Hakenkreuz, 2011, S. 62 (Reich).

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