Erstausgabe von Helmuth Plessners heute wieder vieldiskutierter Gesellschaftsidee, 1924

Helmuth PLESSNER: GRENZEN DER GEMEINSCHAFT. Eine Kritik des sozialen Radikalismus. Bonn: 1924.

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Helmuth PLESSNER: GRENZEN DER GEMEINSCHAFT. Eine Kritik des sozialen Radikalismus. Bonn: Friedrich Cohen (Dietzsch & Brückner, Weimar) 1924.

8°. 121 [3] Seiten. Buchdruck auf Maschinbütten, mittels Klebebindung in Originalbroschur des Verlags aus „Lotos-Bütte“ (Wasserzeichen), mit dekorativem Umschlagtitel.

Erstausgabe dieser frühen, zur Zeit des Erscheinens unzeitgemäßen, heute jedoch wieder vielbeachteten soziologischen Schrift des Philosophen Helmuth Plessner.

Die Abhandlung richtet sich gegen vom Verfasser diagnostizierte Gesinnungszwänge und Gewissensgebote von „sozial radikalen“ Gemeinschaftsideologien, wie dem Kommunismus oder dem Nationalsozialismus. Plessner, in seiner Auffassung von Politik ein Geistesverwandter von Carl Schmitt, plädiert alternativ für eine Gesellschaft von Individuen, die ihre Beziehungen durch Takt, Distanz, Zeremoniell, Maske und Diplomatie regeln.

Plessners Schrift beeinflußt die deutsche kulturwissenschaftliche Debatte zum "gesellschaftstauglichen" Verhalten bis heute nachhaltig, wie beispielhaft ihre breite Rezeption in Helmut Lethens diesbezüglich epochaler Schrift "Verhaltenslehren der Kälte" (1994) belegt. Schon 1972 verlegte Bouvier in Bonn deshalb einen fotomechanischen Nachdruck der hier vorliegenden, äußerst selten angebotenen Erstausgabe. Eine Neuausgabe des heute wieder viel diskutierten Textes erschien 2002 als Suhrkamp Taschenbuch.

Umschlagrücken und -ränder mit einigen fachkundigen Restaurierungen mittels Japanpapier, Papier etwas gebräunt, sonst sehr gut erhaltenes Exemplar dieses bedeutenden Rarissimums der deutschen Geistesgeschichte.

Erik Lehnert: Grenzen der Gemeinschaft. In: Staatspolitisches Handbuch im Netz. (URL: http://wiki.staatspolitik.de/index.php?title=Grenzen_der_Gemeinschaft&oldid=496, 3.7.18).

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