Erstausgabe modernistischer Lyrik aus Bulgarien, der Umschlag kongenialisiert von Geo Milev, 1924

Geo MILEV (Illustr.); Emanuil P.[OP] DIMITROV: ВСЕЛЕНА (Vselena). [Das Universum]. Sofia: 1924.

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Geo MILEV (Illustr.); Emanuil P.[OP] DIMITROV: ВСЕЛЕНА (Vselena). [Das Universum]. Zehn Gedichte. Umschlagillustration mit klischierter Pinselzeichnung in roter und blauer Tinte von Geo Milev. Sofia: Filip Chipev (Pridvornata pechatnitsa) 1924.

8° (18:14,5 cm). 32 Seiten [1-4 (Vortitelbl. m. Verlagssign., Titelbl.), 5-29, [3 (2x leer, Bl. m. Druckverm.)]. Klischee- und Buchdruck, mittels Faden gebunden in originaler Verlagsbroschur mit blau und rot illustriertem Umschlagtitel.

Erstausgabe dieses Gedichtbandes des bulgarischen modernistischen Dichters Emanuil Pop-Dimitrov, mit einer den Titel kongenial aufnehmenden Umschlagillustration von Geo Milev, dem führenden Kopf der bulgarischen Literatur- und Kunstavantgarde 1920er-Jahre.

Autor, Inhalt, Ausgabe: Emanuil Pop-Dimitrov (1885-1943), studierter Philosoph und produktiver Schriftsteller verschiedener Genres zählte zum weiteren Kreis der bulgarischen literarischen Moderne und veröffentlichte regelmäßig in Avantgarde-Zeitschriften wie »Plamak«, »Ek« und »Vezni«. Das in genauso schlichter wie eleganter Type gesetze und auf dünnem Vergé-Paper gedruckte Bändchen erschien im Verlag von Filip Chipev, einem vehementen Förderer der Avantgarde unter den Sofioter Verlegern dieser Jahre, der z.B. schon 1922 Lamars, von Ivan Milev illustrierten Gedichtband »Arena« (in der Slg. H. & H. R.), und noch 1932 Svetoslav Minkovs, mit einem Umschlag von Sirak Skitnik versehenen phantastischen Erzählband "Automaten" (Jacono 44) herausbrachte.

Illustration: Für den Umschlag der vorliegende Erstausgabe wählte Chipev als Vorlage eine schwungvolle Zeichnung mit Pinsel in dunkelblauer und roter Tusche von Geo Milev, die den Titel des Bandes, »Universium«, mittels einer attraktiven Komposition von sich kreuzenden Erdkugeln und Sternen kongenial akzentuiert. Neben seiner umtriebigen Tätigkeit als Autor, Übersetzer, Verleger und Herausgeber im Dienste der Propagierung avantgardistischer Positionen war Geo Milev auch künstlerisch aktiv, insbesondere als Buchillustrator, z.B. für seinen eigenen Gedichtband »Der grausame Ring« (1920, in der Slg. H. & H. R.) Milev ist im Druck nicht als Urheber genannt, eine entsprechende Erwähnung findet sich im Werkverzeichnis (sh. Literaturangaben).

Erhaltung: Umschlagrücken und Seitenschnitt mit kleinen Fehlstellen und Einrissen, daselbst stabilisiert mit dünnen Streifen säurefreien Klebebands, Vorderumschlag und Vortitelblatt mit Besitzervermerk in schwarzer Tinte, Exemplar stellenweise fleckig, insgesamt gut erhalten.

Seltenheit: Der Druckvermerk auf der letzten letzten Seite nennt eine Auflage von 1.130 Exemplaren, wovon 30 als vom Autor signierte Vorzugsausgabe auf „Luxuspapier“ ausgewiesen sind. Ungeachtet dieser Angabe ist die Ausgabe kaum zu finden. Über WorldCat und KVK lassen sich weltweit lediglich 4 weitere Exemplare nachweisen (Sofia (Bulg. Nationalbibl.), Chicago (Univ. Lib.), Havard (College Lib.) und New York (Public Lib.)

Literatur: Milev, Werkverzeichn. d. Zeichn., 1995, S. 71 (Erwähnung d. Urheberschaft Milevs für vorliegende Umschlagillustr.); Jacono 44 u. 63f. (über Geo Milev als Motor der Avantgarde in Bulgarien); URL: https://bgmodernism.com/rechnik/popdimitrov, 28.2.2020 (Pop-Dimitrov)

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