Einziges Exemplar einer hektografierten, illustrierten Schrift über den Braunbären der Karpaten, 1885

C.[arl] Freytag: Untersuchungen über Haut und Haare des braunen Bären aus den rumänischen Karpathen. Lith. rum.-dt. Text sowie 5 lith. Taf. nach Bleistift- und Tuschzeichn. Halle a. S.: [1885].

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C.[arl] Freytag: Untersuchungen über Haut und Haare des braunen Bären aus den rumänischen Karpathen. Cercetări asupra Pelei și părului Ursului ócheș din Carpați romăneșci. Traducere de N. O. Popovič și Ch. D. Druțu, absolvenți ai scolei de la Ferestrău. Lithografierter Text mit kalligrafischer Titelei und zusätzlich goldgehöhter Widmung sowie 5 lithografierte Tafeln nach Bleistift- und Tuschzeichnungen. Halle a. S.: Gedruckt mit einem Label'schen Lithographier-Apparate von Eulner & Lorenz [1885].

4°. [6 (hs. Widm. d. Verf., Titelei, gedr. Widm.)], 42 Seiten (doppelt num. 1-21), [5 (Nachtrag, Erkl. d. Taf. a. Rum.)]; 5 Taf., [1 (hint. Vors.)]. Schwarzer neutraler Halbleienband der Zeit.

Einziges weltweit nachweisbares Exemplar dieser hektografierten Publikation einer bisher unbekannten Handschrift des deutschen Zoologen und Agrarwissenschaftlers Karl Freytag (1831-1908) über den Braunbär der Karpaten, mit eh. Widmung des Verfassers.

Inhalt: Ab 1871 war Freytag für den landwirtschaftlichen Tiergarten der Universität Halle zuständig gewesen, ab 1875 war er daselbst A.o. Professor für Tierzuchtlehre, in welcher Funktion er in der Folge zahlreiche Studienreisen durch ganz Europa unternehmen sollte. U.a. verfasste Freytag grundlegende Werke über die Rinder- und Pferdezucht, insbesondere von Russland, des Balkans und des Orients. Eine der diesbezüglichen Feldforschungen führte ihn 1884 auch nach Rumänien, wo er auf einem Gut von König Karl I. das Fell eines kurz davor erlegten Braunbären von „ansehnlicher Größe“ (Einleitung) zur wissenschaftlichen Untersuchung überantwortet bekam. In der hier vorliegenden Schrift stellt der Forscher die Ergebnisse seiner mikroskopischen Untersuchung von Haut und Haaren des »Ursus Arctos« wortreich dar, und illustriert er diese mit 9 detailgenauen Zeichnungen von mikroskopischen Bildern und Gerätschaften auf 5 angehängten Tafeln, auf denen auch ein »Haargruppen-Zähler« und ein »Wollkräuselungs-Messer« abgebildet sind.

Es war für einen deutschen Zoologen seinerzeit wohl etwas Besonderes in den Besitz eines Braunbärenfells zu gelangen; das lassen zumindest die hs. Zueignung des Verf., gewidmet „Seiner Exzellenz, dem Herrn Staatsminister und Minister für die landwirtschaftlichen Angelegenheiten Stolojan / hochachtungsvoll und ganz ergebenst / Dr. C. Freytag“ und vor allem die aufwändige, mit Goldhöhung kalligrafierte Widmung an den deutschstämmigen rumänischen König Karl I. (von Hohenzollern-Sigmaringen) vermuten. Bemerkenswert ist auch ein mit Februar 1886 datierter Nachtrag Freytags zum Manuskript: „Soeben – am 30. Januar – geht uns aus dem Palais in Bukarest die erfreuliche Mittheilung zu, dass von Sr. Majestät dem König von Rumänien den Beamten der dortigen Königlichen Güter der Auftrag erteilt worden ist, einen Wolf zu tödten und dessen Fell in möglichst frischem Zustande direkt hierher zu senden. Wir werden sofort nach Eingang des quäst. Felles zu dessen Untersuchung schreiten und dann später die Resultate derselben als die Fortsetzung der obigen kleinen Arbeit dem Druck übergeben.“ Ein entsprechender Druck ist allerdings nicht bekannt geworden.

Zustand: Einbandrücken fachkundig erneuert, die ersten und letzten Seiten an den unteren Rändern stellenweise fingerfleckig, sonst gut erhaltener, wohl unikaler Druck.

Seltenheit: Gemäß OCLC/WorldCat, KVK, Google und viaLibri Libraries, sowie auch nach Jahrbuch der Bücherpreise (1906-38), Jahrbuch der Auktionspreise (1950ff.) und Auktionspreise online (ca. 1988ff.) ist weltweit kein weiteres Exemplar dieses Titels nachweisbar, auch nicht an den beiden bedeutendsten Bibliotheken Rumäniens, Biblioteca Naţională a României und Biblioteca Academiei Române.

Literatur: Universität Halle, Chronik 1908/09, S. 12f. zit URL: http://www.catalogus-professorum-halensis.de/freytagkarl.html (23.7.18).

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