Die Tagebücher der »Milchfrau in Ottakring«, in Umschlägen und mit Widmung an Edmund Foregger

Alexandra [Alja] RACHMANOWA: [MEINE RUSSISCHEN TAGEBÜCHER]. 3 Bde. Mischauflage. Mit Umschlägen nach einem Entwurf von Ernst Dombrowski. Salzburg: o. J. [1939 (Bde. 1 u. 2); 1938 (Bd. 3)].

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Alexandra [Alja] RACHMANOWA (d.i. Galina Nikolaevna Dyuragina): [MEINE RUSSISCHEN TAGEBÜCHER]. 3 Bde. 1. STUDENTEN, LIEBE, TSCHEKA UND TOD. Tagebuch einer russischen Studentin. 2. EHEN IM ROTEN STURM. Tagebuch einer russischen Frau. 3. MILCHFRAU IN OTTAKRING (Untertit. wie 2). Aus der russischen Urschrift von Arnulf von Hoyer. Bd. 1: 33. Aufl. (106.-111. Tsd.); Bd. 2: 29. Aufl. (92.-94. Tsd.); 3. Bd.: 25. Aufl. (73.-75. Tsd.) Mit Umschlägen nach einem Entwurf von Ernst Dombrowski. Salzburg: Pustet (Steirerdruck, Graz) o. J. [1939 (Bde. 1 u. 2); 1938 (Bd. 3)].

8°. [Doppels. Frontispiz m. Porträt d. Verf. u. Faksimile], 447 [9, Verlagsanz.] Seiten; Frontispiz m. Porträt d. Verf., 412 [4, Verlagsanz.] Seiten; Frontispiz m. Porträt d. Verf. (wie in Bd. 2), 332 [8, Verlagsanz.] Seiten; 16 Seiten (beil. Verlagsbroschüre). Originale hellgraue Leinenbände mit Rückengoldtitel auf rotem Schild, in den originalen mehrfarbig illustrierten Umschlägen bzw. Broschur mit mehrfarbiger Umschlagillustration.

Widmungsexemplar dieser bestsellenden Trilogie von Tagebuchaufzeichnungen aus der Feder von Galina Dyuragina, mit drei ganzseitigen, unterschiedlich formulierten, datierten („August 1939“) und voll signierten hs. Widmungen der Autorin für den zu diesem Zeitpunkt 17jährigen Edmund Foregger, später Jurist, Politiker, österreichischer Finanzminister im Kabinett Vranitzky II (1987-90) und ausgewiesene Bibliophiler. Auf den Innenspiegeln aller drei Bände montiert sind Ex Libris mit dem Familienwappen derer von Foregger, Ritter zum Greiffenthurm, einer ursprünglich Kärntner Adelsfamilie, aus der Foregger stammte.

Die im zaristischen Provinzbürgertum im Ural sozialisierte Galina Dyuragina schildert in ihren ab 1916 notierten Aufzeichnungen zunächst den „Roten Terror“ während der Oktoberrevolution (Bd. 1), die Unterdrückung durch die Bolschewiki sowie ihr entbehrungsreiches Leben in der Sowjetunion der 1920er-Jahre (Bd. 2), und schließlich das Leben im Wiener Exil während der politisch umtriebigen Zeit zwischen Justizpalastbrand (1927) und Februarrevolution (1934). Insbesondere dieser letzte, »Milchfrau in Ottakring« betitelte Band wurde zum Erfolgsbuch. Waren Dyuraginas antibolschewistisch gefärbte Erinnerungen, zum Schutz der in Russland verbliebenen Familie der Verfasserin unter dem Pseudonym Alja Rachmanowa veröffentlicht, nach dem »Anschluss« Österreichs aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts noch verboten gewesen, so wurden sie ab dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Sommer 1941 von den Nazis sogar als Propagandatexte eingesetzt. Aus den Manuskripten übersetzt hat die erstmals zwischen 1931 und 1933 bei Pustet in Salzburg erschienenen Texte Arnulf von Hoyer, den die Autorin noch als österreichischen Kriegsgefangenen in Russland kennengelernt und geheiratet hatte.

Bei liegt ein 16-seitiger, mehrfarbiger Prospekt des Otto Müller-Verlags betreffend die dort erschienenen Werke Rachmanowas.

Umschläge an den unteren Kapitale mit geringen Randläsuren, stellenweise leicht berieben, sonst sehr sauberer Exemplarsatz in Mischauflage dieser zeit- und buchgeschichtlich bedeutenden Trilogie; wie hier vollständig in allen drei Bänden mit den modernistischen Umschlägen Ernst Dombrowskis kaum zu finden.

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Weight 2 kg