Die singenden Wiener Eisenbahn-Beamten in Konstantinopel, 1910

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Eduard GÖTTL: REISEFÜHRER FÜR DIE SÄNGERFAHRT DES GESANGSVEREINS ÖSTERR. EISENBAHN-BEAMTEN IN WIEN NACH BUCAREST, KONSTANTINOPEL, SOFIA UND BUDAPEST. Mit 1 Streckenkarte und 2 chromolith. Stadtplänen, beide mehrfach gef. Wien: 1910.

Eduard GÖTTL: REISEFÜHRER FÜR DIE SÄNGERFAHRT DES GESANGSVEREINS ÖSTERR.[EICHISCHER] EISENBAHN-BEAMTEN (sic!) IN WIEN NACH BUCAREST, KONSTANTINOPEL, SOFIA UND BUDAPEST. Vom 4. bis 19. Mai 1910. Mit einer s/w Streckenkarte im Offset und zwei chromolithografischen Stadtplänen, alle mehrfach gefaltet. Wien: Selbstverlag d. Gesangsvereines österr. Eisenbahn-Beamter in Wien (Steyrermühl) 1910.

12°. X, [2], 132 Seiten, 3 Falttaf. Originaler weinroter Kalikoeinband (von Franz Gogl Nachf. Karl Scheibe, Wien) mit goldgeprägtem Deckeltitel unter Verwendung des »Flügelrad«-Emblems, sowie blindgeprägtem ornamentalem Deckelschmuck.

Erste und einzige Ausgabe dieses außerordentlich seltenen Reiseführers, eigens zusammenstellt anlässlich einer für Mai 1910 anberaumten Rundreise des »Gesangvereines österreichischer Eisenbahnbeamten in Wien« durch Ungarn, Rumänien und dem Balkan bis nach Istanbul und retour. Neben einem Reisekalender und den Zugverbindungen enthält der Führer ausführliche und genaue Angaben über Länder & Leute sowie Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke, insbesondere über die Städte Bukarest, Konstantinopel, Sofia und Budapest. - Eingebunden sind eine Streckenkarte und der 6. Aufl. von »Meyer's Konversations-Lexikon« entnommene, chromolithografische Stadtpläne von Konstantinopel und Budapest.

Kompilator des nur für die Teilnehmer an der zweiwöchigen »Sängerfahrt« bestimmten und also wohl nur in Kleinauflage erschienenen, nicht im Buchhandel erhältlichen Reisehandbuchs war der Komponist Eduard Göttl, Chormeisterstellvertreter der Wiener singenden Eisenbahn-Beamten, dem damals drittgrößten Männergesangsverein von Wien. Der Verein gab etwa regelmäßig Konzertabende im Wiener Musikverein oder im Konzerthaus, meist gemeinsam mit dem Wiener Convertverein Orchester, den heutigen Wiener Symphonikern. Dabei wurden auch Eigenkompositionen von Vereinsmitgliedern zum Besten gegeben, eben auch solche von Eduard Göttl.

Es fehlt ein mehrfach gefaltetes Reiseprogramm, das in der Lasche auf der Innenseite des Innendeckels eingeschoben war.

Die Streckenkarte mit säurefreiem Klebeband restauriert, der Stadtplan von Konstantinopel mit kleinem Einriss, innen stellenweise gering fleckig, sonst gut erhaltenes Exemplar dieses Rarissimums. Gemäß OBV, KVK, WorldCat und Google ist weltweit nur ein einziges Exemplar nachweisbar (Österreichische Nationalbibliothek).