Das “erste große wissenschaftliche Lehrbuch der Meteorologie”, 1831-36

Ludwig Friedrich KÄMTZ: LEHRBUCH DER METEOROLOGIE. 3 Bände. Mit 8 mehrf. gefalt. lith. Taf. und 9 gefalt. Tab. Halle: 1831, 1832 und 1836.

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Ludwig Friedrich KÄMTZ: LEHRBUCH DER METEOROLOGIE. 3 Bände. Mit 8 mehrfach gefalteten lithografischen Tafeln und 9 gefalteten Tabellen. Halle: Gebauer (F. Schimelpfenig [Lith.]) 1831, 1832 und 1836.

8°. XVI, 510 [2] Ss., 3 Falttaf.; XX, 595 [1] Ss., 3 Falttaf.; X, 553 [1] Ss., 2 Falttaf. Lithografie und Buchdruck, in zeitgenössischen Halblederbänden mit dekorativem Rückengoldtitel (Bde. 1+2 uniform), verschiedenfarbig marmorierten Einbanddecken und Vorsätzen (Bde. 1+2), sowie durchgehendem Farbschnitt.

Erstausgabe des „ersten großen wissenschaftlichen Lehrbuchs der Meteorologie“ (Hellmann) in deutscher Sprache, wie hier vollständig in den drei im fünfjährigem Abstand erschienenen Bänden kaum zu finden.

Inhalt, Autor: Mit vorliegendem Werk schuf der aus Pommern stammende, v.a. an den Universitäten Halle und Tartu (dt. Dorpat, damals russisch) als Physiker wirkende Ludwig Friedrich Kämtz (1801-1867) erstmals „eine umfassende, streng wissenschaftliche Darstellung des damaligen Standes der Meteorologie. Es enthält eine Fülle eigener Untersuchungen und stützt sich durchweg auf die Ergebnisse der Beobachtungen. (…) Zum erstenmal begegnen wir auch Karten der Isothermen und der isobarometrischen Linien, sowie der Anwendung der Mathematik auf einige Probleme; namentlich die Besselsche Formel findet häufige Verwendung.“ (Hellmann).

Illustration: Die Tabellen zeigen mittlere Monatstemperaturen und Barometerwerte für Orte aus allen Kontinenten. – Erhaltung: Einbände an den Ecken und Kanten bestoßen, die schmucken Lederrücken gering berieben, das Papier stellenweise stockfleckig, insgesamt gut erhaltener Exemplarsatz mit frischen Tafeln.

Seltenheit: Vollständige Exemplarsätze dieses lange Zeit maßgeblichen Werks werden äußerst selten angeboten, da der 3. und letzte Band als Nachtrag erst 4 Jahre nach Bd. 2 erschien, „nachdem der Verfasser 1832 und 1833 meteorologische Untersuchungen auf den Berggipfeln des Rigi und des Faulhorn ausgeführt hatte.“ (Hellmann). Laut JAP/APO und RBH kamen in den letzten rund 30 Jahren nur zwei vollständige Exemplarsätze zur Auktion (1989, 1994).

Literatur: Hellmann, Repertorium, 1883, S. 224 (Biogr. Kämtz), S. 225, Nr. 18 bzw. Hellmann, Beiträge zur Geschichte der Meteorologie II, S. 54 u. S. 94 (Zitate); Roller/Goodman II, 23; Poggendorff I, 1216 („...wird noch heute sehr geschätzt.“)