Bravouröser Umschlag mit Fotomontage von John Heartfield

PANFEROW, F.[jodor Iwanowitsch]: Die Kommune der Habenichtse. Ausstattung [Umschlag, Vorsätze, Typografie] von John Heartfield. Wien und Berlin: 1931.

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PANFEROW, F.[jodor Iwanowitsch]: Die Kommune der Habenichtse. Übersetzung von Edith Hájos. Ausstattung [Umschlag, Vorsätze, Typografie] von John Heartfield. 1.-11. Tausend. (= Die Romane des neuen Russland). Wien und Berlin: Verlag für Literatur und Politik (Peuvag, Leipzig) 1931. 8°. [1 (m. Fotoabb. illustr. flieg. Vorsatz), Seiten [1-8 (Reihentit., Schmutztit., Auflagenverm., zweifarb. Titel, Druckverm., Liste m. Personen d. Romans)], 9-408, [1 (m. Fotomontage illustr. flieg. Vorsatz). Originale englische Kartonage des Verlags mit illustriertem Schutzumschlag.

Deutschsprachige Erstausgabe des eigenständig erschienenen Folgebands zum „ersten Bauernroman“ (Reihentitel) »Die Genossenschaft der Habenichtse« (1928), ebenso wie dieser mit einem aussagekräftigen Umschlag von John Heartfield ausgestattet, dessen gestalterische Bravour wesentlich aus der breiten Narrative kunstvoll eingesetzter Fotomontagen besteht. „Wie für die Montage zum ersten Band setzte Heartfield auch hier mehrere Köpfe übereinander, diesmal fünf meist lächelnde Frauen. Die Umschlagillustrationen erstrecken sich auch über die Klappen, die wiederum thematisch sehr eng mit den Illustrationen der Vorsatzblätter korrespondieren. So zeigt das hintere Vorsatzblatt einen schreibenden Bauern vor der Wandzeitung einer Kollektivbauernwirtschaft, und die zugehörige Umschlagklappe bildet den Ausschnitt einer Schülerwandzeitung ab, deren Text in deutscher Übersetzung daneben steht, um so die zugehörige illustrative Kinderzeichnung erst verständlich zu machen. Der kindliche Autor scheint dabei durch ein hineinmontiertes Foto den Betrachter direkt anzusehen. Indem Heartfield das Kommunikations- und Selbstdarstellungsmedium [Wandzeitung] der Bauern wiedergibt, rückt er sie den Betrachtern und Lesern eindringlich nahe, da hier nicht ein Autor zwischen ihnen und den Lesern zu vermitteln versucht, sondern ihre eigenen Äußerungen. Sergej Tretjakow zufolge gab es in der Sowjetunion damals viele Wandzeitungs-Fotomonteure. Ein Foto zeigt Heartfield während seiner Reise in die Sowjetunion, die er von April 1931 bis Januar 1932 unternahm, beim gemeinsamen Anfertigen einer Wandzeitungs-Montage in Charkow. (Vgl. Siepmann 1977, S. 174 m. Abb.)“.

Umschlag an den Ecken und Kanten berieben, stellenweise bestoßen, an den Kapitale mit minimalen Einrissen, insgesamt sehr sauberes Exemplar dieses in der hier vorliegenden kartonierten Ausgabe mit dem Umschlag Heartfields in jedem Zustand selten angebotenen Titels.

Rotes Antiquariat, Hg.: John Heartfield. Buchgestaltung und Fotomontage. Berlin: 2014, S. 113 (Zitat, mit Dank hier wiedergegeben), Nr. 145 (mit 4 farb. Abb.); Herzfelde, Wieland: John Heartfield. Dresden: 1971, Taf. 56 (hinterer Vorsatz).

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