„Beschwert mit 365 fröhlichen Tagen“, Wiener Trachten-Almanach für 1844

TRACHTEN ALMANACH FÜR 1844. Mit 1 Frontispiz und 6 weiteren chromolithografischen Tafeln, sowie einem gestochenen Titel. Wien: 1843.

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TRACHTEN ALMANACH FÜR 1844. Mit 1 Frontispiz und 6 weiteren chromolithografischen Tafeln, sowie einem gestochenen Titel. Wien: Bey Franz Riedl's seel Wittwe & Sohn, k.k. Hof- und bürgl. Buchbinder im Schottenhofe No. 136, 1843.

16° (7,5:5 cm). 50 nicht num. Bll. [1 (Front.)], [1 (gestoch. Titel)], Bll. a1-4, [2 (Deckbl., Taf.)], a5-6, [2 (Deckbl., Taf.)], a7-8, [2 (Deckbl., Taf.)], b1-2, [2 (Deckbl., Taf.)], b3-4, [2 (Deckbl., Taf.)], b5-6, [2 (Deckbl., Taf.)], b7-d8, [4 leere Bl.]. Originaler Pappband, überzogen mit durch Blindprägung gemustertem goldfarbenem Papier und durchgehendem Goldschnitt, im zeitgenössischen Kartonschuber, derselbe mit rosa Buntpapier ausgekleidet und in Kuvert-Art mit weißem Buntpapier überzogen.

Ausgenommen seltener Wiener Kalender im Lilliput-Format, der neben einem Kalendarium, einer kurz gefassten Genealogie des Habsburgischen Herrscherhauses, einer Tabelle mit Entfernungen („einiger vornehmer Städte von Wien“) und nützlichen Hinweisen aus dem Postwesen (Fahrplan der Postkutschen, Stempelgebühren für Geldsendungen), 7 nach dem Congrève-Verfahren sauber und kontrastreich gedruckte chromolithografische Täfelchen nach Zeichnung und Kolorierung eines nicht genannten und signierten Künstlers enthält.

Das Frontispiz zeigt eine Allegorie des Glücks (ein fliegender Postillion zu Pferde mit Attributen des Amor), die 6 zwischen die Blätter des Kalenders gebunden Täfelchen jeweils Mann und Frau in stilisierten Trachten der »Griechen«, »Türken«, »Circasier« (Kaukasier), »Spanier« (mit Kind), »Russen« und »Araber«. - Gemäß Karl Gladt (S. 98) gehörten im Wien des Biedermeier insbesondere Abbildungen von „exotischen“ Volks- und Landestrachten zu den attraktiven Bildbeigaben für die sonst trockenen Inhalte von Kalendern, und waren diese Bildchen deshalb „dankbare Motive zur Ausstattung der Almanache“.

Das Bändchen erschien im Verlag des Buchbinders Franz Riedl's seel Wittwe & Sohn, der die seit 1831 erscheinende, erfolgreiche Almanach-Reihe gemeinsam mit dem Verlag von Heinrich Buchholz übernommen hatte und mindestens bis 1847 weiterführte.

Auf dem Schuber befindet sich der mit Tinte in musterhaftem Kurrent angebrachte Schriftzug „Beschwert mit 365 fröhlichen Tagen“.

Papierbezug des Einbands leicht fleckig, jener des Schubers berieben und leicht fleckig, Titel mit Gebührenstempel, sonst ausgesprochen gut erhaltenes Exemplar, da durch den Schuber über die Zeiten geschützt.

Karl Gladt: Almanache und Taschenbücher aus Wien, 1971, S. 97-99 (mit s/w Abb. der Taf. »Griechen« und »Spanier« aus dem Almanach für 1846, was darauf schließen lässt, dass die Chromolithos in mehreren Jahrgängen Verwendung fanden).