Bedeutendes und äußerst seltenes Handbuch aus der Stummfilmzeit in Österreich-Ungarn

ÖSTERREICHISCH-UNGARISCHER KINEMATOGRAPHEN-KALENDER 1915. Hg. von der Kinematographischen Rundschau. 2. Teile i. e. Bd. [I. Teil: Eintragungen]. II. Teil. Handbuch. Wien: Verlag der „Kinematographischen Rundschau“ (Druckerei Ignatz Spitz & Söhne) 1915.

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Kl.-8°. Num. S. 1-IV, S. 1-160, 1 nicht num. Bl., S. 261-234, [1 nicht num. S.]. Originaler flexibler Leinenband in Bordeaux-Rot der Buchbinderei Johann Jirak's Nfg. mit goldgeprägtem Deckeltitel sowie Buchbinderstempel (verso) und Stiftschlaufe.

Zweites von insgesamt nur fünf erschienenen, äußerst seltenen kalendarischen Taschenbüchern für Kinobetreiber der Stummfilmzeit in Österreich-Ungarn. Das Handbuch enthält einen Jahreskalender (mit den Logos der Filmfirmen „Danmark SRH“, „Apollo Film“, „Hollandia Film“ und „Luna Film“), einen nach den 52 Programmwochen des Jahres eingerichteten Vormerkkalender für bestellte Programme, weiters ein kalendarisches Kassabach nach Tagen, Wochen, Monaten bzw. das Jahr geordnet, ein ausführliches Kapitel über die „Schlager des Jahres 1915“ (eine Hundertschaft von 1914 produzierten Filmen), die nach deren Produzenten oder Verleihern gruppiert sind, eine Auflistung der Berufsverbände (Bund der Kinoindustriellen, z.B. die Sascha-Filmfabrik von Kolowrat) und Reichsverband der Kinematographenbesitzer samt Funktionären in Österreich, Böhmen und Mähren), außerdem Post- und Telegraphentarife sowie eine Stempelskala, ein Register von zuliefernden Firmen aus anhängenden Branchen und zahlreiche Inserate von Unternehmen der Filmindustrie. Der erste Jahrgang dieses Branchenbehelfes für das Jahr 1914 war zum Jahreswechsel 1913/14 herausgebracht wurde. Nach dem vorliegenden Band für 1915 erschienen noch weitere Jahrgänge für die Jahre 1916, 1917 und 1920. 1918 und 1919 dürften kriegsbedingt keine Kalender erschienen sein.

Einband mit geringen Gebrauchsspuren, Titelgoldprägung verblaßt, sonst ausgezeichnetes, bis auf wenige Marginalien unbeschriebenes Exemplar dieses kinogeschichtlich bedeutenden Rarissimums, das über OCLC, KVK und Google in keinem Jahrgang weltweit in keiner einzigen öffentlichen Sammlung nachweisbar ist, auch nicht über den ÖBV oder in den Beständen der ÖNB.

Kinematographische Rundschau, Nr. 304 (4. Januar 1914), S. 85; Nr. 321 (3. Mai 1914, S. 72); Neue Kino-Rundschau, Nr. 143 (29. November 1919), Anz. auf dem Innenumschlag verso.