Aus dem Hause Nolit, dem Belgrader Bruder des Malik-Verlags, Beispiel 6

Ernst Erich NOTH: NAJAMNA KUĆERINA. [DIE MIETSKASERNE.] Umschlag und Typo von Pavle BIHALY. Belgrad: Nolit 1933.

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Ernst Erich NOTH: NAJAMNA KUĆERINA. Roman mladih ljudi. [DIE MIETSKASERNE. Roman junger Menschen.] Aus dem Deutschen von Ilja Kecmanović. Umschlagentwurf und typografische Gestaltung von Pavle BIHALY. Mit montiertem Fotoporträt des Autors im Klischeedruck als Frontispiz. Belgrad: Nolit (Radenković) 1933.

8°. [Nicht num. Ss. 1-8 (Druckverm., Reihentit., Tit., Front., 2. Tit.)], Ss. 15-274. Buch- und Klischeedruck, mittels Faden gebunden im originalen dunkelgrauen Kaliko mit teils auf rotem Schild aufgebrachtem, gold-, schwarz- rot- und grüngeprägtem sowie mit Goldprägung verziertem Deckel- und Rückentitel, braunem Kopfschnitt und hellgrauen Vorsätzen, im mehrfarbig illustrierten und betitelten, mit Fotomontage versehenen Originalumschlag aus stärkerem, lackiertem Papier.

Erste serbische Ausgabe des autobiographisch inspirierten, sozialkritischen Romans von Paul Albert Krantz, hier in der besseren Ausstattung im dunkelgrauen, geglätteten Kaliko, vollständig mit dem illustrierten Schutzumschlag von Pavle Bihaly.

Rezeption: Die Erstausgabe dieser ersten Buchveröffentlichung des Autors war 1931 unter dem Titel »Die Mietskaserne« im Frankfurter Societäts-Verlag erschienen. Krantz literarisierte darin unter dem Pseudonym Ernst Erich Noth seine Mitwirkung an der aufsehenerregenden „Steglitzer Schülertragödie“, im Zuge derer es im Jahr 1927 zum Tod zweier seiner Mitschüler gekommen war. Die Izdanje Nolit der Brüder Bihaly war aufgrund ihres Nahverhältnisses zum deutschen Literaturbetrieb der erste Verlag, der den 1933 von der Frankfurter Universität relegierten und von den Nazis ins Exil getriebenen Romancier und späteren Literaturhistoriker Noth übersetzte. Oto Bihaly war der Stoff aus seiner Berliner Zeit darüberhinaus wohl geläufig. Wie auch im Fall von Ernst Tollers Autobiographie »Eine Jugend in Deutschland« erschien die vorliegende serbische Ausgabe der »Mietskaserne - ganz programmatisch – schon kurz nachdem er auf Goebbels Verbrennungslisten gesetzt worden war. 1934/35 folgten englische, tschechische, polnische und französische Ausgaben.

Gestaltung: Pavle Bihalys Umschlagsentwurf visualisiert im Wechselspiel zwischen Vorder- und Hinterseite zwei von Noths Hauptanliegen: den engstirnigen Korpsgeist der Schülerverbindungen, genauso wie die beengten Wohnverhältnisse der Unterprivilegierten aufzuzeigen, und umsäumte er diese Motive mit einer geometrisch arrangierten Titelkalligrafie.

Auf den Klappen befinden sich Pressestimmen zu zwei weiteren, ebenfalls in der »Bibliotek Nolit« erschienenen Büchern, »Ann Vickers« von Sinclair Lewis und den Sammelband »Nova Ruska Proza«, beide mit je einer Abbildung des zugehörigen, besonders attraktiven Umschlagentwurfs von Pavle Bihaly. - Erhaltung: Schutzumschlag mit einigen kleinen Randeinrissen an den Knickstellen, dieselben mit säurefreiem Klebeband hinterlegt, einer kleinen Fehlstelle auf der Hinterseite, stellenweise etwas berieben und mit Kratzspuren, sonst wohlerhaltenes Exemplar dieser auf hochwertigem Maschinbütten gedruckten Ausgabe.

Literatur: Sternfeld/Tiedemann, 2. Aufl. (1970), S. 370 (nennt fälschlicherweise 1934 als Erscheinungsjahr für die serbische Ausgabe).

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Weight 1 kg