Aus dem Hause Nolit, dem Belgrader Bruder des Malik-Verlags, Beispiel 4

Kurt KERSTEN: BISMARCK I NJEGOVO DOBA [BISMARCK UND SEINE ZEIT]. Umschlag und Typo von Pavle BIHALY. Mit 9 Bildtaf. und zwei Textabb. Belgrad: Nolit 1936.

Out of stock

Kurt KERSTEN: BISMARCK I NJEGOVO DOBA [BISMARCK UND SEINE ZEIT]. Aus dem Deutschen von Mila Dimić. Umschlagentwurf und typografische Gestaltung von Pavle BIHALY. Mit 9 doppelseitig bedruckten Bildtafeln auf Kunstdruckpapier sowie zwei Textabbildungen. Belgrad: Nolit (Zadružna štamparija) 1936.

8°. [Nicht num. Ss. 1-6 (Druckverm., Reihentit., Tit.)], Ss. 7-360. Buch-, Klischeedruck und Fotorepro, mittels Faden gebunden im originalen dunkelgrünen Kaliko mit teils auf rotem und grünem Schild aufgebrachtem, gold- und grüngeprägtem sowie mit Goldprägung verziertem Deckel- und Rückentitel, Porträtgemälde von Bismarck als farbige Reproduktion auf dem Vorderdeckel montiert, braunem Kopfschnitt und hellgrauen Vorsätzen, im mehrfarbig illustrierten und betitelten, mit Fotomontage versehenen Originalumschlag aus stärkerem, lackiertem Papier.

Erste serbische Ausgabe der kritischen Bismarck-Biographie des Historikers Kurt Kersten, hier in der besseren Ausstattung im dunkelgrünen geglätteten Kaliko, vollständig mit dem illustrierten Schutzumschlag von Pavle Bihaly.

Rezeption: Die Erstausgabe von »Bismarck und seine Zeit« war 1930 beim Neuen Deutschen Verlag in Berlin erschienen. Wie schon bei Ernst Toller (»Eine Jugend in Deutschland«) und Ernst Erich Noth (»Die Mietskaserne«) stand die Herausgabe der vorliegenden Belgrader Ausgabe von Kerstens Bismarck-Biographie im Zusammenhang mit dem Verbot des Buches in Deutschland im Frühjahr 1933. Ebenso wie die genannten Werke landete auch jenes von Kersten auf Goebbels Verbrennungslisten, ebenso wie die erwähnten Autoren sollte auch er ins Exil gehen, weshalb die Brüder Bihaly den Titel umgehend in die Bibliteka Nolit aufnahmen.

Gestaltung: Pavle Bihaly konterkarierte in seinem Umschlagentwurf gekonnt Paul Urbans affirmativ eingesetztes Fotoporträt Bismarcks für den Umschlag der Erstausgabe, indem er das forsche, schwarz-rot-goldene Äußere des Reichskanzlers gesichtslos machte. Damit kritisierte er nicht nur die Remilitarisierung Deutschlands im »Dritten Reich«, sondern führte auch seine eigene, an John Heartfield geschulte und im Laufe der 1930er-Jahre entwickelte Bildsprache der großen Gesichter - vielleicht einem Vorgefühl für die neue Zeit, die da alles umkehren sollte, folgend – ad absurdum. Die Bildtafeln und Textabbildungen zeigen Porträts, Schlachtendarstellungen und Karikaturen.

Auf den Klappen befinden sich Pressestimmen zu zwei weiteren, ebenfalls in der »Bibliotek Nolit« erschienenen Büchern.

Erhaltung: Schutzumschlag mit einigen kleinen Randeinrissen, dieselben mit säurefreiem Klebeband hinterlegt, stellenweise etwas berieben, gebräunt und schmutzfleckig, sonst wohlerhaltenes Exemplar dieser auf hochwertigem Maschinbütten gedruckten Ausgabe.

Additional information

Weight 1 kg