“Als das Arrende grausam war!” – Eine Streitschrift gegen Gutsverpachtung, 1719

Carl Ferdinand SCHERTZ: DER AUFFRICHTIGE ABRATHER DES IN ARRENDE-GEBENS… Mit e. gestoch. Frontispiz. Ex. v. KARL OTTO Graf v. SALM-NEUBURG. Brünn u. FfM. 1719.

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Carl Ferdinand von SCHERTZ; KARL OTTO Graf von SALM-NEUBURG, Prov.: DER AUFFRICHTIGE ABRATHER DES IN ARRENDE-GEBENS, UND AUCH NEHMENS DER LAND-GÜTHER, Allen besseren Land-Wirthen zu Nutzen vorgestellet Durch Carl Ferdinand von Schertz. eben in soLCHen grossen Jahr, aLs ein arenDa graVsaM War! Mit einem gestochenen Frontispiz von Johann Kenckel. Anton Heinscheidt (Frankfurt am Main) für Johann Georg Mussat (Brünn) 1719.

Kl.-8°. [1 Bl. (Front.)], [nicht num. Ss. 1-3 (in rot und schwarz gedr. Titelbl., gedr. Widm.)], Ss. 4-190. Kupferstich und Buchdruck, im geglätteten Schweinslederband der Zeit auf fünf Bünden mit blindgeprägten, mittels floralen Ornamenten verzierten Rückentitel auf Lederschildchen.

Sehr selten angebotene Streitschrift gegen die Arrende, die Verpachtung eines Gutes oder einzelner Teile eines solchen; vorliegend das Exemplar aus dem Besitz von Karl Otto, Graf von Salm-Neuburg (1709-66), Fürstbischof von Olmütz und Großgrundbesitzer in Mähren.

Verfasser, Inhalt: Der Verfasser des Werks, Karl Ferdinand Freiherr von Schertz, war selbst Lehensherr, gleichzeitig auch am Landgericht in Troppau (Opava) tätig und außerdem Ratgeber in Angelegenheiten der Güterverwaltung u.a. von Graf Salm-Neuburg. - 1722 erschien in Troppau ein eigenständiger Fortsetzungsband.

Illustration: Bemerkenswert ist das als allegorische Bildgeschichte, ähnlich einem Comic ausgeführte Frontispiz des Frankfurter Stechers Johann Kenckel, in dem Gutsbesitzern drastisch vom damals vieldiskutierten Verpachten der eigenen Güter abgeraten wird.

Provenienz: Auf dem Innenspiegel des Vorderdeckels befindet sich das heraldische Exlibris von Karl Otto Graf von Salm-Neuburg, gestochen vom Olmützer Kupferstecher Anton Josef Schindler.

Erhaltung: Einband mit historischem Material restauriert: Einbandrücken erneuert, ehemalige Wurmgänge in den Decken fachkundig konsolidiert, die Vorsätze erneuert, sonst gut erhaltenes Exemplar mit bemerkenswerter Provenienz.

Seltenheit: Laut OCLC/WorldCat, KVK und viaLibri Libraries ist der Band zum Stand März 2019 sonst lediglich 7 Mal nachweisbar, davon sind 4 Exemplare in Beständen deutschsprachiger Länder (BSB, SUB Göttingen, StaBi, UB München; außerdem: UB Syracuse (NY, USA), Mährische Bibliothek (Brünn), Wissenschaftliche Bibl. (Olmütz). Gemäß JAP/APO wurde der auch mit hübschen Initialen, Vignetten und Zierrahmen im Holzschnitt ausgestattete Frankfurter Druck in den letzten gut 40 Jahren lediglich ein Mal auktioniert.

Literatur: Nicht bei Humpert, Bibliographie der Kameralwissenschaften; Masui, A Bibliography of Finance und Stammhammer, Bibliographie der Finanzwissenschaft; Wurzbach, Bd. 29 (1875), S. 226 (Schertz).

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